DMW Walter Siegenthaler Preis 2008

Studie zum Einsatz der Gewebedoppler-Echokardiografie bei der Differenzierung von konstriktiver Perikarditis und restriktiver Kardiomyopathie prämiert

Im Rahmen des Internistenkongresses in Wiesbaden wurde am 21. April 2009 wieder der DMW Walter Siegenthaler Preis verliehen. Die Auszeichnung ging in diesem Jahr an die Autoren einer DMW Originalarbeit, die den Einsatz der Gebewebedoppler-Echokardiografie bei der Differenzierung von konstriktiver Perikarditis und restriktiver Kardiomyopathie behandelt hat.

 

Die Autoren der prämierten Studie sind T. Butz, L. Faber, C. Piper, C. Langer, T. Kottmann, H. K. Schmidt, M. Wiemer, R. Körfer, D. Horstkotte aus der Medizinischen Klink des Marienhospitals Herne und aus dem Herz- und Diabeteszentrum Nordrhein-Westfalen, Bad Oeynhausen. Die Autoren werden für die 2008 veröffentlichte Originalarbeit „Konstriktive Perikarditis oder restriktive Kardiomyopathie? Die echokardiografische Gewebedoppler-Analyse“ ausgezeichnet (Dtsch Med Wochenschr 2008, 133: 399–405).

  

Beide Krankheitsbilder sind zwar selten, bedürfen aber besonderer diagnostischer Aufmerksamkeit, da beiden eine schwere links- bzw. biventrikuläre Füllungsbehinderung mit dem klinischen Bild der rechtsführenden Herzinsuffizienz gemeinsam ist. Aus der exakten Diagnose ergeben sich somit erhebliche therapeutisch relevante Konsequenzen. In der Studie gingen die Autoren der Frage nach, ob eine Gewebedoppler-Analyse geeignet ist, zwischen konstriktiver Perikarditis und restriktiver Kardiomyopathie zu unterscheiden.

Die prospektive Diagnosestudie beschreibt, gemessen an der Häufigkeit der Erkrankungen, mit 34 Personen ein relativ großes Patientenkollektiv. Dabei liefert die Arbeit wichtige Daten für die klinische Differenzialdiagnostik in schwierigen Patientenkollektiven. Butz und Mitarbeiter untersuchten konsekutiv in einer Gesamtgruppe von 34 Patienten (20 konstriktive Perikarditis (CP) und 14 restriktive Kardiomyopathie (RCM)) die frühdiastolische Mitralringbewegung. Hier ergaben sich signifikante Unterschiede zwischen beiden Krankheitsbildern: Die Geschwindigkeit der Mitralringbewegung war bei Patienten mit CP signifikant höher als bei Patienten mit RCM. Bei einem Grenzwert von < 8cm/s wurde eine Sensitivität von 100% und eine Spezifität von 90 % errechnet. Die Autoren kommen deshalb zu dem Schluss, dass die Messung sich neben anderen Parametern zur Differenzierung zwischen CP und RCM eignet und routinemäßig durchgeführt werden sollte.

Die Gutachter der Arbeit heben das klare Studiendesign, die gute Methodik und statistische Analyse hervor. Die Mitglieder der Jury haben unabhängig von einander dieser Arbeit als bester Publikation des Jahres 2008 in der DMW den Autorenpreis zuerkannt. Die Studie erbrachte wichtige Daten zu einem insgesamt seltenen Krankheitsbild mit jedoch erheblicher therapeutischer Relevanz.

Herzliche Glückwünsche an die Preisträger des DMW Walter Siegenthaler Preises 2008 und weiterhin viel Erfolg bei Ihrer Arbeit! 

Verlag, Schriftleitung und Redaktion

 

Die Verleihung des Walter Siegenthaler Preises fand während des Symposiums „Zertifizierte Fortbildung in medizinischen Zeitschriften beim 115. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin in Wiesbaden statt: Dienstag, 21. April 2009, 12.45 - 14.15 Uhr Rhein-Main-Hallen Wiesbaden, Saal 1A / 2

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