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Aggressionen und andere Risiken verringern

RISIKEN IN DER PSYCHIATRIE

In psychiatrischen Einrichtungen gibt es immer wieder besondere Situationen, die ein spezifisches Risikomanagement erfordern. Dazu gehören psychiatrische Symptome, Behandlungsfehler und Therapieabbrüche sowie das aggressive und selbstzerstörerische Verhalten von Klienten. Zu diesem Ergebnis gelangten die Psychologen Dr. Matthias Briner von der ETH Zürich und Prof. Dr. Tanja Masner von der Universität Freiburg in der Schweiz.

Die Forscher führten elf Experteninterviews durch und ließen die Resultate anschließend von vier weiteren Experten in einer Fokusgruppe diskutieren. Alle Studienteilnehmer hatten sich entweder auf das Risikomanagement in der Psychiatrie oder auf die Sicherheit psychiatrischer Klienten spezialisiert. Sie kamen zu dem Schluss, dass sich viele Risiken in psychiatrischen Kliniken von anderen Bereichen der Gesundheitsversorgung unterscheiden. Die Experten führen dies auf die Besonderheiten psychischer Erkrankungen zurück, die oft mit wiederholten Klinikaufnahmen, fehlender Krankheitseinsicht und aggressivem Verhalten der Klienten einhergehen. Aggressive Verhaltensweisen gefährden dabei nicht nur die Klienten, sondern auch das Klinikpersonal. Dieses Risiko lässt sich aus Sicht der Befragten verringern, indem die Betreuungskräfte spezifische Assessments einsetzen und Schulungen in Aggressionsmanagement erhalten. Eine mögliche Gefahrenquelle sehen die Experten in psychiatrischen Symptomen wie Suizidalität oder Gewalttätigkeit. Ihre Erfahrung zeigt, dass solche problematischen Verhaltensweisen dann besonders häufig auftreten, wenn die Betroffenen gegen ihren Willen in der Klinik untergebracht sind. Ein weiteres Risiko besteht in Behandlungsfehlern, zu denen sexuelle Kontakte zwischen Personal und Patienten, Fehldiagnosen und Nebenwirkungen von Medikamenten gehören. Dieses Risiko verschärft sich aus Sicht der Experten, wenn die Behandlungsteams unzureichend über Therapiefehler diskutieren und jede Berufsgruppe andere Ziele verfolgt. Vorzeitige Therapieabbrüche oder Flucht stellen ein zusätzliches Problem im psychiatrischen Setting dar.

Die Ergebnisse der Studie können Verantwortliche darin unterstützen, das klinikeigene Risikomanagement zu optimieren und auf die besonderen Risiken in psychiatrischen Kliniken abzustimmen.

dawo
BMC Health Serv
Res 2013; 13: 44

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