• Occupational Therapy Intervention Process Model

     

Betätigungs… was?! – Fachterminologie nach Anne G. Fisher

Betätigung spielt in der Ergotherapie eine zentrale Rolle. Auch Anne G. Fisher unterstreicht ihre Bedeutung und verwendet in der Terminologie des OTIPM die Begriffe betätigungszentriert, betätigungsfokussiert und betätigungsbasiert. Doch was genau bedeuten diese Begriffe überhaupt und wie unterscheiden sie sich?

Prof. Dr. Anne G. Fisher, Ergotherapeutin aus den USA und eine der weltweit renommiertesten Wissenschaftlerinnen der Ergotherapie, entwickelte das Occupational Therapy Intervention Process Model (OTIPM). Mithilfe einer klar definierten Terminologie erläutert sie darin die Kernkompetenzen der zeitgenössischen Ergotherapie. Sie beschäftigt sich insbesondere mit den Begriffen rund um die Betätigung als zentrales Element der Ergotherapie. Die Ausdrücke „betätigungszentriert“, „betätigungsfokussiert“ und „betätigungsbasiert“ erscheinen zunächst sehr ähnlich und erwecken den Anschein, Synonyme für ein und dasselbe zu sein. Bei genauerer Betrachtung haben sie allerdings verschiedene Bedeutungen, die sich um Betätigung drehen. Um der Verwirrung entgegenzuwirken und eine einheitliche Verwendung von korrekter Fachterminologie zu fördern, werden die Begriffe im Folgenden erläutert und an einem Fallbeispiel veranschaulicht.

Ergotherapeuten haben während des gesamten Therapieprozesses eine betätigungszentrierte Perspektive.

Betätigungszentriert

Der Begriff der Betätigungszentrierung umschreibt die berufsspezifische Perspektive, die alle Ergotherapeuten während des gesamten Therapieprozesses einnehmen. Dazu gehört, dass man Menschen als „occupational beings“ (handelnde Wesen) betrachtet und die Bedeutung von Betätigungsanliegen anerkennt und berücksichtigt. Alles, was Ergotherapeuten machen, sollte auf diese Kernannahmen zurückzuführen sein. Auch das Wissen, das sie aus Bezugswissenschaften wie der Psychologie oder Neurologie beziehen, sollte immer mit den Gedanken der betätigungszentrierten Therapie vernetzt sein.

Der Top-down-Ansatz kann Ergotherapeuten dabei unterstützen, die Betätigungen eines Menschen im Alltag in den Vordergrund zu stellen. Beim Bottom-up-Ansatz hingegen sind Körperfunktionen und Personenfaktoren vordergründig. Dieser funktionsorientierte Ansatz sollte nicht ausschließlich Anwendung finden, er kann aber eine Ergänzung zur betätigungszentrierten Therapie darstellen.

Modelle wie das Model of Human Occupation (MOHO), die Betätigung in den Vordergrund stellen, helfen dabei, einen betätigungszentrierten Blick auf Klienten zu erhalten. Das MOHO beschreibt, wie die Elemente Volition, Habituation, Performanzkapazität und Umwelt in Wechselwirkung zueinander stehen und wie sie die Ausführung von Betätigung beeinflussen.

Betätigungsfokussiert

Liegt der Schwerpunkt der ergotherapeutischen Herangehensweise auf der Betätigung, spricht man von betätigungsfokussiertem Vorgehen. Praktisch bedeutet dies, dass sich Ergotherapeuten bei der Evaluation und Intervention auf die Betätigung konzentrieren, der Klient diese aber nicht direkt ausführt. Ein Beispiel für eine betätigungsfokussierte Evaluation wäre die Durchführung des Canadian Occupational Performance Measure (COPM). Hierbei erhebt ein Therapeut die Betätigungsanliegen des Klienten, es erfolgt jedoch keine Performanzanalyse der Betätigungen. Der Klient führt sie nicht direkt aus, stattdessen stehen Aktivitäten im Vordergrund, die die Betätigung in den Fokus stellen. Ein Beispiel dafür wäre im Rahmen einer Intervention nach dem Cognitive Orientation to daily Occupational Performance (CO-OP), wenn sich eine Ergotherapeutin und ein Klient gemeinsam Videos zu der gewünschten Betätigung anschauen oder im Internet nach Tipps recherchieren, wie man sie mithilfe von gewissen Hilfsmitteln ausführen kann.

Lesen Sie den gesamten Beitrag hier: Betätigungs… was?! – Fachterminologie nach Anne G. Fisher

aus der Zeitschrift: ergopraxis 05/2019

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