• CIMT

    Die Constrained-Induced Movement Therapy (CIMT) kann bei verschiedenen Schädigungen des zentralen Nervensystems zum Einsatz kommen.

     

CIMT bei verschiedenen Krankheitsbildern

Die Constrained-Induced Movement Therapy (CIMT) kann bei verschiedenen Erkrankungen des zentralen Nervensystems zum Einsatz kommen, zum Beispiel bei traumatischer Hirnschädigung, Multipler Sklerose, Zerebralparese oder Phantomschmerz nach Amputationen. Verbesserte Bewegungsmöglichkeiten der oberen und unteren Extremitäten sowie eine Verbesserung bei Aphasie belegen ihre Wirksamkeit.

Dies fanden Edward Taub und Gitendra Uswatte von der University of Alabama at Birmingham (UAB) in verschiedenen Studien seit 1979 bis heute heraus. Hierzu haben sie 1993 an der UAB ein Protokoll mit vier Basiskomponenten entwickelt, dessen Effekte sich vor allem bei chronischen Schlaganfallpatienten mit moderaten motorischen Einschränkungen der oberen Extremitäten am deutlichsten zeigten. Sowohl in Laboruntersuchungen als auch im täglichen Leben konnte der vermehrte Einsatz des betroffenen Armes nachgewiesen werden. Auch Verbesserungen in der Nutzung der unteren Extremitäten im täglichen Leben (aufstehen, Balance halten, Treppensteigen etc.) sind durch „Lower Extremity CI Terapy (LE-CI Therapy)“ möglich. In einer Studie aus 2001 wurden bei Patienten mit einer Aphasie Verbesserungen im verbalen Ausdruck im täglichen Leben festgestellt. Nach einer aktuellen Anpassung des CIMT-Protokolls enthält dieses jetzt neue Übungen und auch ein „Transfer Paket“ zur Unterstützung des Übertrags in den Alltag. Außerdem wird eine nahestehende Person als Ersatztherapeut angeleitet, wodurch auch nach Beendigung der Therapie noch Verbesserungen auftraten.
Die Forscher heben hervor, dass vor allem bei Patienten in der chronischen Phase nach Schädigungen des zentralen Nervensystems gute bis sehr gute Fortschritte in den Bewegungsmöglichkeiten und der Durchführung von Aktivitäten im täglichen Leben erzielt werden können. Dies liegt sowohl an Verhaltensänderungen (non-use der betroffenen Seite wird entgegengewirkt) als auch an plastischen Reorganisationsvorgängen im Gehirn.
Saja
Neurol Rehabil 2013; 19: 161–175

Das CIMT-Protokoll besteht aus vier Komponenten:

  1. Intensives Training mit dem betroffenen Arm an mehreren Tagen
  2. Training mit der Verhaltenstechnik „shaping“
    - direkt und frequent Feedback zur Ausführung von Aktivitäten geben
    - Aktivitäten auswählen, die zum Patienten passen
    - modelling (vormachen) , prompting (Aktivitäten in Gang setzen) und cueing (verbale Hilfestellung geben) bei Aktivitäten
    - Schwierigkeitsgrad systematisch erhöhen/anpassen
  3. „Transfer Paket“ mit verschiedenen Verhaltenstechniken, um die Nutzung des betroffenen Arms in den Alltag zu übertragen
    - Verhaltensverträge (nicht-betroffenen Arm zu 90% der Tageszeit nicht nutzen)
    - tägliche Tagebucheinträge zu Hause
    - tägliche Eintragungen in das „Motor Activity Log“ (MAL) zum Armeinsatz in 30 wichtigen ADL Aktivitäten (wie gut eine Aktivität ausgeführt wurde)
    - Übungen/Aufträge für Zuhause
    - wöchentliche Telefonanrufe im ersten Monat nach der Entlassung, inkl. MAL Beurteilung und Problemlösung, wenn nötig
  4. den kompensatorischen Einsatz des nicht-betroffenen Arms mit einer Schlinge oder einem Fausthandschuh hemmen (90% des Tages), um dem in der akuten Phase gelernten Nichtgebrauch der betroffenen Seite entgegenzuwirken.

 

 

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