• Das Motto beim ergotag in Stuttgart lautete: Betätigung - ein Upgrade für die Ergotherapie

     

Das war der 13. ergotag 2019 in Stuttgart

Betätigung - ein Upgrade für die Ergotherapie

Den ergotag eröffnete Mieke le Granse. Die Niederländerin unterstrich die Veränderungen, in der sich unsere Gesellschaft befindet, zum Beispiel in Umwelt, Demografie oder Politik. All diese Entwicklungen bieten Ergothera­peuten neue Arbeitsfelder, verlangen aber auch zunehmend neue Kompetenzen. Es ist möglich, dass sich der Beruf bereits im Wandel zu einem neuen Paradigma befindet: hin zu einem gesellschaftlichen-sozialen, politisch-orientierten Denken. Als Auflockerung nach der Mittagspause zeigte Sophia Muntermann mit ihrem OT-Slam, dass man sich der stets wiederholenden Frage „Ergotherapie – was ist das eigentlich?“ auch mit Humor stellen kann.

Anhand eines Fallbeispiels brachte Daniela Senn den Zuhörern das Prozessmodell OTIPM näher. Sie machte deutlich, dass man sich als Ergotherapeut immer da­rüber bewusst sein sollte, ob man sich während der Behandlung auf der Betätigungs- oder der Funktionsebene befindet. Aber wie kann sich ein Klient auf eine betätigungsorientierte Therapie einlassen, wenn die Praxis funktions­orientiert eingerichtet ist? Als Lösung schlug die Schweizerin vor, Betätigung mittels eindrücklicher Bilder aus dem Alltag sichtbar zu machen. Zum Beispiel mit einer ländlichen Küche, das Kindheitserinnerungen weckt. Dies erleichtert den Klienten das Erzählen über Alltagsbetätigungen.

Wie man es in der stationären Psychiatrie nicht nur bei Gesprächen über Betätigung belässt, sondern tatsächlich im Alltag der Klienten arbeiten kann, zeigte ­Rebecca Lang anhand des Foto-Coaching. Sie entwickelte diese Methode, als sie in einer Klinik für Psychiatrie den Wunsch hatte, alltagsnäher mit ihren Klienten zu arbeiten. Die Ergotherapeutin beauftragte sie, mit ihren Smart­phones Bilder und Videos ihres Alltags zu ­machen, zum Beispiel während eines Erprobungswochenendes. Dadurch konnte sie im tatsäch­lichen Umfeld der Klienten arbeiten.

Einen gelungenen Abschluss des ergotags bot der Vortrag von Andrea Hasselbusch, die extra aus England einflog. Sie beschäftigt sich vor allem mit der schulbasierten Ergotherapie. Den Zuhörern berichtete sie von einer Unterhaltung mit einem Lehrer, der mit einem „Zappelphilipp“ in seiner Klasse nicht zurechtkam. Sie schlug ihm vor, dem Schüler einen Wackelstuhl zu besorgen, auf dem er seinem Bewegungsdrang nachkommen könnte. Der Lehrer war davon nicht begeistert, woraufhin die Thera­peutin fragte: „Wollen Sie, dass das Kind ruhig sitzt, oder dass es lernt?“

Ob der 13. ergotag mit seinen vielfältigen und inspirierenden Vorträgen ein Upgrade für die Ergotherapie war, muss jeder Besucher für sich entscheiden. Eines steht jedoch fest: Die Themenwahl war up to date! Wer auch nächstes Jahr wieder auf den neuesten Stand der Ergotherapie gebracht werden möchte, sollte sich den 9. Februar 2020 freihalten.

mru
   

Save the date: Der ergotag West findet am 28. September 2019 in Essen statt.       



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