• ergotag

    Das Motto des 12. ergotag 2018 lautete: Betätigungsorientierung - ein Weg, der sich lohnt!

     

So war's beim 12. ergotag 2018

Betätigungsorientierung - ein Weg, der sich lohnt!

Viele Teilnehmer nutzten aufgrund der interessanten Themen die Gelegenheit, am Samstag, den 27.1.2018 kostenlos den Neuroreha-Tag zu besuchen. Prof. Dr.-Ing. Robert Riener von der ETH Zürich stellte als Experte für Robotik und Virtuelle Realität Hightech-Geräte wie Arm­robotik und Exoskelett-­Systeme mit Verbindung zur Therapie vor. Auf dem Programm standen auch die Themen „Aktivierende Therapie bei Parkinson unter dem Aspekt neuer Technologien“ und „Außerhäusliche Gehfähigkeit neurologischer Klienten teilhabeorientiert messen“. Am Ende dieses lehrreichen Tages wurde nach dem Vortrag der Ergotherapeutin Tina Hennecken leidenschaftlich diskutiert, ob sich Voraussagen für den funktionellen Armgebrauch nach zwölf Wochen schon drei Tage nach Schlaganfall machen lassen.

Die TheraPro, die Fachmesse für Therapie und Medizin, bot während des gesamten Wochenendes jede Menge Gelegenheiten zum Ausprobieren von Therapiematerial und zum Sammeln von Infos über Neuerungen.

Am ergotag (28.1.2018) zeigte sich dann die Begabung der Referenten, anschaulich und interessant vortragen zu können und das Publikum mit ihrer Begeisterung für betätigungsorientiertes und klientenzentriertes Arbeiten mitzureißen und anzustecken. Aber der Reihe nach:
Nachdem um 10 Uhr der Saal bis auf den letzten Platz gefüllt war, eröffnete Uwe Hauck mit einem sehr persönlichen Erfahrungsbericht über seine Depression und allem, was damit für ihn in Zusammenhang stand, für ­Gänsehautmomente. Als er von seinem WhatsApp-Austausch mit seiner Frau während seines Suizidversuchs berichtete, war es so leise, dass man eine fallende Stecknadel hätte hören können. Mit viel Humor und einer Portion Ironie berichtete er aus seiner Zeit in der Klapse, von einer skurrilen Männergruppe und Ergotherapie, die ihn handwerklich forderte. Als er seine selbst gefertigten Brotkörbe zeigte, brach der Saal in Gelächter aus.

Betätigungsorientierung und Antworten darauf, wie diese in allen Bereichen der Ergotherapie praktisch aussehen kann, zog sich wie ein roter Faden durch den Tag. Schon am Vormittag ergaben sich interessante Diskussionen nach Maria Horns Ausführungen zum Motto „Alltag rein – Handwerk raus in der stationären Suchtreha“, indem sie das CMOP-E implementierte und Handwerksgruppen abschaffte.

Ellen Romein, eine Koryphäe der Ergotherapie, zu erleben, war sicher für viele Anwesenden ein weiteres Highlight des Tages. Ihr Vortrag war gespickt mit eindrück­lichen Videobeispielen etwa von einem Klienten, dessen Ziel es war, seine Hühner wieder versorgen zu können. Bedingt durch ihre langjährige Erfahrung über betätigungsorientierte Ergotherapie zeigte Romein, wie sich dies mit Klienten aller Altersgruppen konsequent umsetzen lässt. Und dass dies bei den Klienten gut ankommt, war im Musikvideoclip eines Klienten zu hören, der Musiker ist. Mit seinem Rap-Song bedankte er sich, dass er aufgrund der Ergotherapie wieder zu seiner Kreativität zurückgefunden hat. Das Publikum war von der Uraufführung sichtlich berührt.

Gaby Kirsch nahm alle mit auf eine Reise, im Koffer das Change Management, und stellte vor, was notwendig ist, um am Reiseziel, der Umstellung auf klientenzentrierte und betätigungsorientierte Arbeitsweise, anzukommen. Sie betonte – wie viele andere Referenten auch –, dass eine Umstellung nur über mehrere Etappen gelingen kann. Vanessa Kroll stellte das von ihr entworfene Monster Tolpi vor, um Kindern und Eltern den CO-OP-Ansatz und die geleitete Entdeckung näherbringen zu können ( ergopraxis 1/18, S. 11). Anschließend ging es bei Ellen von dem Berge um Lebensqualität auf der Palliativstation. Mit viel Wärme und Verständnis vermittelte sie, dass auch sterbenskranke Menschen befähigt werden können, an für sie wichtigen Tätigkeiten teilzuhaben.

Den Tagesabschluss bildeten Maria Kohlhuber und Christine Aichhorn. Sie ließen keine Müdigkeit aufkommen, weil sie voller Elan zeigten, dass Betätigungsorientierung und Professionalisierung nicht nur ein Gewinn für Schüler, sondern auch für Lehrer und Anleiter ist, und das nicht, weil sich die Berichte drastisch verkürzt haben.

Fazit: Der 12. ergotag brachte viele Impulse und das Wissen, wie professionell und begeistert Ergotherapeuten arbeiten und was sie für ihre Klienten bewirken können. Die Bildergalerie finden Sie hier. Für den ergotag am 27.1.2019 gilt, sich früh anzumelden, denn es könnte wieder voll werden.
Christina Janssen

Jetzt 40 % sparen!

  • Ergotag 40 % auf ergopraxis sparen- Ergotherapie - Thieme Verlag

    ergopraxis erleben

    Abonnieren Sie die ergopraxis und erleben Sie die bunte Welt der Ergotherapie.

Newsletter Ergotherapie

  • Newsletter Thieme

    Jetzt kostenlos anmelden

    Mit brandaktuellen News und Neuerscheinungen, Schnäppchen und tollen Gewinnspielen sind Sie up to date und immer einen Schritt voraus.