Das war der 11. ergotag 2017

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Den Alltag selbstbestimmt meistern

Es war ein gelungener Start in den 11. ergotag. 130 Teilnehmer kamen am 29. Januar 2017 nach Stuttgart, um sich zu informieren, wie man Klienten unterstützt, möglichst selbstbestimmt zu leben. Und wer könnte das besser verdeutlichen, als die Klienten selbst?

Den Tag eröffnete Gerhard Nussbaum. Der Diplom-Ingenieur, der seit ­einem Unfall als junger Mann querschnitt­gelähmt ist, berichtete über Schwierigkeiten, mit denen er als Tetraplegiker zunächst zu kämpfen hatte: sich an der Nase kratzen – nicht mehr möglich; den Musikantenstadl im Fernseher umschalten – nicht möglich.

Gerhard Nussbaum halfen assistierende Technologien, den Alltag wieder in die eigenen Hände zu nehmen. Mithilfe von Umgebungssteuerungen kann er mittlerweile allein telefonieren, das Licht ein- und ausschalten und den Fernseher bedienen. Und weil das nicht genug ist, arbeitet er als stellvertretender Geschäftsführer und technischer Leiter in einer Forschungseinrichtung, die behinderten Menschen Selbstständigkeit zurückgeben möchte. Dort entwickelt er auch selbst Technologien, zum Beispiel einen mundgesteuerten Joystick, um Modellflugzeuge zu fliegen.

Durch den Rest des Tages führten Ergo­therapeuten aus verschiedenen Fachbereichen. Sie alle zeigten, wie sie in ihrer täg­lichen Arbeit Klienten befähigen, den Alltag selbstbestimmt zu meistern.

Viele ergotag-Teilnehmer nutzen auch die Möglichkeit und besuchten die begleitende Fachmesse Therapro sowie den Neuroreha-Tag am 28. Januar. Hier ging es unter anderem um Selbstwirksamkeit und Zielfindung in der ­neurologischen Reha. Und weil der ergotag – in Kombination mit dem Neuroreha-Tag gut ankam, geht es Ende Januar 2018 in die nächste Runde.

Maria Grupp