• Ellen von dem Berge

     

„Was zählt, ist der Moment“ - Ergotherapie auf der Palliativstation

Ellen von dem Berge arbeitet mit sterbenskranken Menschen. Im Interview erzählt die Ergotherapeutin von ihrer Arbeit, wie sie mit dem Thema Tod umgeht und was die palliative Ergotherapie ausmacht.

Frau von dem Berge, Sie arbeiten mit schwerkranken Menschen, die sterben werden – das machen nicht viele Ergotherapeuten. Wie sind Sie zu diesem Schwerpunkt gekommen?

Das hat sich zufällig ergeben. Ich arbeitete schon längere Zeit im Klinikum in Minden, als ich gefragt wurde, ob ich mir vorstellen kann, als Kunsttherapeutin Palliativpatienten zu betreuen. Ich habe dem zugestimmt und schon nach kurzer Zeit festgestellt, dass ich die Patienten häufig mit einer ergotherapeutischen Arbeit sinnvoller begleiten und unterstützen kann als mit kunsttherapeutischen Maßnahmen. Da sich die Patienten oft in Situationen befinden, in denen sich ihr gesundheitlicher Zustand plötzlich verändert, spielt für viele Betroffene und ihre Angehörigen das Gestalten ihrer unmittelbaren Zukunft eine wesentliche Rolle. Dabei kann die Ergotherapie einen hilfreichen Beitrag leisten, zum Beispiel mit einer Hilfsmittelversorgung, der Angehörigenberatung oder dem Erarbeiten von Kompensationsstrategien.

Hatten Sie anfangs Befürchtungen, in dem Arbeitsfeld tätig zu sein und jeden Tag den Tod vor Augen zu haben?

Als ich den Beruf erlernt habe, hätte ich nicht gedacht, dass die Arbeit im onkologischen Bereich etwas für mich sei. Denn eine onkologische Erkrankung beinhaltete für mich auch ein mögliches Sterben. Die Arbeit mit Menschen, die eventuell sterben müssen, war für mich mit Angst behaftet und nicht vorstellbar. Ich habe vor meiner Tätigkeit im Johannes- Wesling-Klinikum in einem Therapie- und Pflegezentrum mit neurologischem Schwerpunkt gearbeitet. Dort hatte ich dann das erste Mal mit palliativen Patienten zu tun und habe erfahren, wie wertvoll diese Tätigkeit ist. Die Arbeit mit schwerstkranken und sterbenden Menschen hatte eine besondere Intensität. Für mich war es mit dieser Vorerfahrung keine Hürde mehr.

Welche Menschen kommen zu Ihnen?

Wir haben bei uns auf der Station fast ausschließlich onkologisch erkrankte Patienten. Die Erkrankung befindet sich in einem fortgeschrittenen Stadium, sodass kein kurativer Behandlungsansatz mehr möglich ist. Die Patienten wissen entweder bereits um ihre Situation oder werden vor Ort von dem behandelnden Stationsarzt über ihre Krankheitssituation aufgeklärt.

Wie setzt sich das Team zusammen?

Unser Team besteht aus Fachärzten, Pflegekräften, Seelsorgern, Psychologen, Ergotherapeuten, Physiotherapeuten, Sozialarbeitern und Mitarbeitern der physikalischen Therapie. Bei Bedarf werden auch die Kollegen von der Logopädie mit in die Behandlung einbezogen.

Welchen Part übernimmt die Ergotherapie in der Behandlung der Patienten?

Ein Schwerpunkt liegt in der Hilfsmittelversorgung. Unser Ziel ist es, die Patienten zu befähigen, die Tätigkeiten, die ihnen wichtig sind, so selbstständig wie möglich ausführen zu können. Das kann zum einen eine Rollstuhlversorgung bei einer Schwäche in den Beinen sein oder eine Greifzange (helfende Hand) bei einer Atemnot oder Kurzatmigkeit. Andere Maßnahmen können die Anleitung von Angehörigen sein, beispielsweise bei einem Lagewechsel vom Bett in den Rollstuhl.

Lesen Sie hier den gesamten Beitrag: Ergotherapie auf der Palliativstation

Aus der Zeitschrift ergopraxis 08/2015

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