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    Die Multiple Sklerose (MS): das Chamäleon in der Neurologie. Sie kann sehr unterschiedliche Symptome annehmen.

     

Fatigue und kognitive Beeinträchtigungen bei der MS

DIE MULTIPLE SKLEROSE (MS): das Chamäleon in der Neurologie. Sie kann sehr unterschiedliche Symptome annehmen. Daher lässt sie sich nicht nach einem einheitlichen Schema (Schema F) behandeln. Vielleicht noch mehr als bei anderen neurologischen Erkrankungen kommt es darauf an, das individuelle Defizit und Partizipationsziel des Patienten zu erfassen. Aufgrund der motorischen Defizite sind Physio- und Ergotherapeuten gefragt, und sie werden häufig mit Formen der kognitiven und motorischen Fatigue konfrontiert. Der enge und regelmäßige Kontakt mit dem Patienten macht die Therapeuten zu Coaches und Trainern – eine Rolle, die ein hohes Maß an Wissen, Verantwortung und Kompetenz voraussetzt.

Einleitung
Die Multiple Sklerose kann mit einer Vielzahl von unterschiedlichen Symptomen aufwarten. Am Anfang stehen häufig Sehnervenentzündungen und sensible Defizite oder Missempfindungen (Parästhesien). Im Laufe der Erkrankung kommen fast immer motorische Ausfallerscheinungen hinzu. Spätestens zu diesem Zeitpunkt treten der Physiotherapeut und Ergotherapeut als Behandler auf den Plan. Wenn die Patienten deutliche Defizite haben, die Erkrankung möglicherweise fünf bis zehn Jahre besteht und die Gehfähigkeit noch erhalten ist, ist auch meist ein Symptom beteiligt, das Anlass zu vielen Missverständnissen und kontroversen Diskussionen gibt: die Fatigue. Der Begriff ist schillernd und wird sicherlich von unterschiedlichen Personen unterschiedlich gebraucht [5]. Daher ist es sinnvoll, ihn mit Bedacht zu wählen und sich über die Definition zu verständigen bzw. darüber, was man mit dem Begriff meint. Auch treten bei der Behandlung der MS häufig leichte kognitive Defizite in Erscheinung, vor allem Aufmerksamkeitsstörungen und Gedächtnisstörungen. Formen der Demenz sind selten und nur im Spätstadium zu finden.

Fatigue - Begriffsdefinition 
Seit 1998 wird die MS-Fatigue als „über das übliche Funktionsniveau im Alltag hinausgehende, anhaltende und subjektive Empfindung von physischer und mentaler Erschöpfung und Mangel an Energie in Zusammenhang mit MS“ definiert (National Multiple Sclerosis Council NMSC) (zitiert nach [31] S. 6). Die in den USA geläufige Definition lautet: „A subjective lack of physical and/or mental energy that is perceived by the individual or caregivers to interfere with usual and desired activities“ (MS Council for Clinical Practice Guidelines, 1998). Irritierend finden wir an dieser Definition, dass sie Fatigue als subjektives Phänomen erklärt und damit bei organisch ausgerichteten Neurologen und Therapeuten den Eindruck erweckt, dass es möglicherweise nichts wirklich Ernstzunehmendes oder Beeinträchtigendes ist. Dies ist unserer Meinung nach falsch. Es gibt eine subjektive Komponente der Fatigue (die subjektive Wahrnehmung), aber auch eine objektive Leistungsminderung (Änderung der Performance) [21]. In einer deutschen Übersichtsarbeit stehen andere Gesichtspunkte im Vordergrund: Danach bedeutet Fatigue ein „...erheblicher Verlust an mentaler und/oder physischer Energie, der plötzlich, unvorhersehbar und ohne äußere Ursache eintritt und mit ihren bisherigen Aktivitäten interferiert...“. Auch wenn es Patienten gibt, die Fatigue als sehr prominent erleben, häufig auch auslösende Ursachen als nicht adäquat empfinden, manchmal Fatigue als „wie angeflogen“ erleben, so erscheint uns Fatigue bei genauem Nachfragen doch überwiegend durch Anstrengung provoziert – häufig jedoch durch inadäquate. Nicht einheitlich beurteilt wird also von den Experten, wie häufig Fatigue ein Dauerphänomen (trait) ist und wie häufig es durch Anstrengung provoziert (state) ist [13]. Gemeinsam erscheint diesen Definitionen, dass die Fatigue so ausgeprägt ist, dass sie mit den normalen Tagesaktivitäten interferiert und die berufliche Leistungsfähigkeit und die Lebensqualität erheblich beeinträchtigt [26] [27].

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