• Frühmobilisation bei Strecksehnenverletzungen – Aktiv statt passiv

     

Frühmobilisation bei Strecksehnenverletzungen – Aktiv statt passiv

Im Haushalt oder im Beruf passiert es schnell, dass man sich in die Hand schneidet. Muss die Strecksehne eines Fingers genäht werden, weil sie verletzt oder gerissen ist, erfordert das ein adäquates Nachbehandlungsschema. Ordnet der Chirurg eine aktive Frühmobilisation an, eignet sich das Short-Arc-Motion-Konzept. Wie Handtherapeuten dabei vorgehen, erläutert Carina Jensen.

Lernziele

  • Sie kennen die anatomischen und biomechanischen Grundlagen der Strecksehnen an der Hand.
  • Sie können die Wirkungsweisen der Lagerungs- und Übungsschienen des Short-Arc-Motion-Konzeptes nachvollziehen.
  • Sie verstehen die Grundprinzipien des Short-Arc-Motion-Konzeptes und dass zur Durchführung eine entsprechende Fortbildung notwendig ist.


Die Ergotherapiepraxis von Carina Jensen erhält im Jahr mehr als 1.500 Verordnungen für ambulante Handtherapie. Die ausgebildete Handtherapeutin ist unter anderem auf Frühmobilisierung und Schienenbau spezialisiert. Dies sind bei Patienten mit Sehnenverletzungen wichtige Bestandteile der Behandlung. Bei Strecksehnenverletzungen über dem Mittelglied der Langfinger gibt es verschiedene Möglichkeiten der Nachbehandlung. Carina Jensen erklärt eine davon: das Short-Arc-Motion-Konzept (SAM-Konzept).


Wie eine Strecksehne funktioniert

Sehnen bestehen aus Bindegewebe (Kollagen). Sie verbinden Muskeln und Knochen. Da die Fasern parallel verlaufen, besitzen Sehnen eine große Zugfestigkeit. An Eng- und Umlenkstellen sind sie von einer Sehnenscheide umgeben. Diese ist von Synovia umhüllt, welche als Gleitschicht Reibung minimiert. Über ein Aufhängeband (Mesotendineum) gelangen Gefäße in die Sehne. Damit ist die Sehne ein lebendes Gewebe mit einem eigenen Stoffwechsel.

Die Strecksehnen der Hand sind in unterschiedliche Zonen eingeteilt. Der Bereich über dem proximalen Interphalangealgelenk (PIP) liegt in Zone 3 (nach Verdan und Kleinert). Je nach Zoneneinteilung ändert sich das Nachbehandlungsschema einer Sehnenverletzung in diesem Bereich. Dies liegt an den unterschiedlichen Sehnengleitamplituden, also dem Weg, den eine Sehne bei einer Bewegung zurücklegt.

Der Extensorenapparat der Hand ist raffiniert und komplex aufgebaut. Die Strecksehne des M. extensor digitorum communis (sorgt für Extension aller Langfinger) sowie die des M. extensor indicis (Extension Zeigefinger) und M. extensor digiti minimi (Extension kleiner Finger) werden nach distal immer flacher und gehen in eine Dorsalaponeurose über. Diese teilt sich in drei starke Faseranteile auf:

 

  • Mittig erstreckt sich der Pars medialis des Tractus intermedius. Dieser setzt proximal am Mittelglied an und ist primär für dessen Streckung zuständig.
  • Rechts und links davon verbinden sich die Pars laterales des Tractus intermedius mit den Ansätzen der Mm. interossei und radial der Mm. lumbricales zum Tractus lateralis, dem Seitenzügel der Dorsalaponeurose. Diese ziehen von beiden Seiten nach distal, vereinigen sich dort zum Pars terminalis und setzen am Endgelenk und dessen Kapsel an. Sie sind vorrangig für die Streckung des Endgelenkes zuständig.
  • Außerdem gehören zum Streckapparat die beiden retinakulären Bänder nach Landsmeer. Sie koppeln die Bewegungen im PIP und DIP (distales Interphalangealgelenk) aneinander. Bei der Extension des PIP geraten sie unter Spannung und ziehen auch das DIP in die Extension. Ebenso geht das DIP vollständig in Flexion, wenn das PIP in Flexion ist. Diese dynamische Kopplung nennt man Tenodese-Effekt.

 

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Aus der Zeitschrift: ergopraxis 09/2018

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