•  

Jeder hat das Recht auf die eigene Sexualität

Menschen mit einer geistigen Behinderung sind in unterschiedlichem Maße auf ihre Eltern oder Betreuer angewiesen. Und nicht immer ist es leicht, ihre Bedürfnisse zu verstehen oder zu deuten. Janne Heitkamp kommt ins Spiel, wenn es um die sexuelle Entwicklung und die sexuelle Autonomie geistig behinderter Menschen geht.

Hauptsächlich kam ich durch meine Patienten in der Physiotherapie zur Sexualberatung. Schon damals hat sich für mich gezeigt, dass es Schnittstellen zwischen den Heilberufen und der Tätigkeit der Sexualberatung gibt. Als Physiotherapeuten behandeln wir zum Beispiel Patienten mit Inkontinenz und Beckenbodenproblemen. Für viele dieser Patienten spielt die Diagnose in ihrem Sexualleben eine große Rolle. Diesen Umstand hatte ich vor meiner Beraterausbildung oft außen vor gelassen. Heute kann ich offen mit den Patienten darüber sprechen.

Sicher kennen andere Heilberufe wie Ergotherapeuten Schnittstellen zwischen ihrer therapeutischen Arbeit und der Sexualberatung. Menschen nach Apoplex haben zum Beispiel nicht nur Einschränkungen beim Ankleiden oder Gehen, sondern möglicherweise auch beim Sex. Wenn Ergotherapeuten ihre Klienten im Umgang mit Hilfsmitteln schulen, könnten sie bei Bedarf auch über Sexspielzeug aufklären.

Es ist also ein breites Tätigkeitsfeld, das sich hier ergibt. Allerdings gehören entsprechende Eigenschaften dazu, um Sexualberatung auszuüben. Es bedarf einer hohen Sensibilität, Empathie, Offenheit mit dem Thema Sexualität, sicher eines starken Charakters und einer guten Einschätzung der eigenen Grenzen.

Beratung am besten vor Ort

In meiner Umgebung gibt es viele Wohngemeinschaften für Menschen mit geistiger Behinderung verschiedener Träger. In einigen davon habe ich bereits Bewohner und Betreuer beraten, sodass ich als Ansprechpartnerin bekannt bin. Meist besuche ich die Bewohner zur Beratung in der Einrichtung. Dort fühlen sie sich wohl, wir sind am Ort des Geschehens und ich kann die tägliche Umgebung miteinbeziehen.

Für mich ist es wichtig, einen Auftrag für meine Arbeit zu bekommen. Insbesondere bei Menschen mit geistiger Behinderung ist es entscheidend, dass ihnen nichts aufgezwängt wird. Dabei können sie – soweit möglich – selbst um Rat ersuchen oder auch deren Eltern und Betreuer. Wird der Auftrag verbal oder nonverbal durch den behinderten Menschen selbst erteilt, gehört er bereits zum Empowerment, der Strategie, die Autonomie des Ratsuchenden zu fördern.

Lesen Sie hier den ganzen Beitrag: Jeder hat das Recht auf die eigene Sexualität – Sexualberatung von Menschen mit geistiger Behinderung
aus der Zeitschrift ergopraxis 10/2020

Newsletter Ergotherapie

  • Jetzt zum Newsletter anmelden und Paper sichern!

    Jetzt kostenlos anmelden

    Melden Sie sich jetzt für unseren Newsletter an und Sie erhalten als Dankeschön ein Paper zum Download.

Quelle

ergopraxis
ergopraxis

EUR [D] 77,00Zur ProduktseiteInkl. gesetzl. MwSt.

Buchtipps

Grundlagen der Ergotherapie
Mieke le Granse, Margo van Hartingsveldt, Astrid KinébanianGrundlagen der Ergotherapie

EUR [D] 99,99Zum Warenkorb hinzufügenInkl. gesetzl. MwSt.

Ergotherapie in der Psychiatrie
Beate KubnyErgotherapie in der Psychiatrie

EUR [D] 69,99Zum Warenkorb hinzufügenInkl. gesetzl. MwSt.

Ergotherapie Vom Behandeln zum Handeln
Clara Scheepers-Assmus, Peter JehnErgotherapie Vom Behandeln zum Handeln

Lehrbuch für die theoretische und praktische Ausbildung

EUR [D] 69,99Zum Warenkorb hinzufügenInkl. gesetzl. MwSt.

Cookie-Einstellungen