• Shades of Ergo

    Irgendwann geben meine Augen auf, und ich falle in einen unruhigen Fieberschlaf. Und da ist es plötzlich ganz real: Ich liege auf der Behandlungsliege in meiner Praxis, die Liege zur Sprossenwand geschoben.

     

Shades of Ergo

KOLUMNE: Mit diesem Rezept haben Sie garantiert schlaflose Nächte: Würzen Sie eine Fortbildung mit einer Prise leichter Literatur und geben Sie einen Schuss Fieberwahn hinzu. Von den Auswirkungen kann Andrea Moser ein Lied singen.

Lange schon arbeite ich mit viel Freude als Ergotherapeutin in der Handtherapie. Um am Ball zu bleiben und meinen fachlichen Horizont zu erweitern, verbringe ich hin und wieder meine Wochenenden in der stickigen Luft von Fortbildungszentren und erlerne neue Behandlungsansätze. So stand ich kürzlich über meinen Kursübungspartner gebeugt und erlernte die praktische Anwendung von Fasziendistorsionstechniken nach Stephan Typaldos. Hier werden sämtliche Beschwerden auf sechs Verdrehungsmechanismen der Muskelfaszie zurückgeführt. Die Faszie ist also so etwas wie die Herz-Ass-Karte, auf die man alles setzen kann. Verdrehte Muskelfaszien werden ausgestreift, diverse Hernien reponiert, verworrene Zylinderfaszien wieder entwirrt und ein- oder entfaltete Gelenke wieder richtig gefaltet. Das klingt nach Handanlegen, festem Drücken und Ziehen. Und tatsächlich: Es geht um Schleudern, Peitschen, Umfassen, Verdrehen, Bürsten, Saugglocken und Nagelmatten. Man arbeitet nach dem Allesoder-nichts-Prinzip. Wenn ein Triggerband behandelt wird, wird FEST mit dem Daumen entlanggezogen. Mitunter entstehen schon mal Rötungen und blaue Flecken. Für mich etwas ganz Neues: Ein Therapiekonzept, das wehtun muss, um zu helfen. Weg von Schmerzskalen und Samtpfoten und hin zu konkreten Fragen über den Schmerz: Ist das der Schmerz, den Sie kennen? Falls dies bejaht wird, geht‘s erst richtig los. Jawohl!

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