• Modellstudiengänge

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Evaluation der Modellstudiengänge

Seit fünf Jahren erproben die Therapieberufe, die Hebammen und die Pflege, ob eine praktische Berufsausbildung an einer Hochschule erfolgen kann. Sie kann! Das zeigen erste Evaluationsergebnisse der Modellstudiengänge. Studierende und Hochschuldozenten sind jedoch mit den gegebenen Bedingungen unzufrieden. Sie hoffen, dass der Bund 2016 die Weichen in die richtige Richtung stellt.

Ende 2015 müssen die Modellstudiengänge dem Bund über ihre Erfahrungen berichten, die sie seit Einführung der Modellklausel 2009 gesammelt haben. Abhängig davon wird der Bund entscheiden, ob die Modellstudiengänge in Regelstudiengänge übergehen dürfen. Die Gesundheitsministerin aus Nordrhein-Westfalen, Barbara Steffens (Bündnis 90/Grüne), ist dafür: „Wir brauchen eine Entscheidung des Bundes, dass die Akademisierung dauerhaft implementiert und geregelt wird. Auch die Modellträger brauchen Klarheit“, sagte sie auf einer Infoveranstaltung Ende Mai 2015 in Berlin.

Zu dieser Veranstaltung hatte Barbara Steffens sicher gerne eingeladen, sonst würde sie nicht so von den Modellstudiengängen in Nordrhein-Westfalen schwärmen. „Die grundständigen Studiengänge werden die Gesundheitsversorgung der Zukunft sichern und verbessern“, ist die 53-Jährige überzeugt. Sie gehört zu den geburtenstarken Jahrgängen. Wird sie im höheren Alter auf medizinische Hilfe angewiesen sein, werden das recht wahrscheinlich sehr viele andere auch. Viele Ältere wollen, obwohl sie Pflege und unterschiedlicher Hilfe bedürfen, weiter zu Hause leben.„Für sie brauchen wir alltagstaugliche Versorgungskonzepte im Quartier, die fachübergreifend entwickelt und umgesetzt werden.“ Auch für die Prävention und die immer komplexer werdende Patientenversorgung werden hochschulische Qualifikationen mit spezifischen konzeptionellen Kompetenzen immer wichtiger, meint die Ministerin.

2010: der Startschuss

Seit Einführung der Modellklausel in die Berufsgesetze der Ergo-, Physiotherapie, Logopädie und Hebammenkunde im Jahre 2009 können die Bundesländer in diesen Berufen eine grundständige Ausbildung auf Hochschulebene erproben. Das gilt auch für die Pflegeberufe. Nordrhein- Westfalen schritt 2010 tatkräftig voran und etablierte elf Modellstudiengänge an sieben Hochschulen – eine davon die Hochschule für Gesundheit in Bochum. Sie bietet unter anderem einen grundständigen, primärqualifizierenden Bachelorstudiengang für Ergotherapie und Physiotherapie. Andere Bundesländer zogen bislang nur vereinzelt nach.

Alle Modellstudiengänge sind dazu verpflichtet, eine wissenschaftliche Begleitforschung durchzuführen, in der sie unter anderem die in einer Richtlinie vorgegebenen Fragen des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG) bearbeiten. In der heißt es beispielsweise: Ist eine dreijährige Ausbildung für eine qualifizierte Patientenversorgung ausreichend? Welche inhaltlichen Unterschiede gibt es bei der Ausbildung an der Hochschule im Vergleich zur Fachschule?

Nordrhein-Westfalen hat sich dafür entschieden, externe wissenschaftliche Institute auf die inhaltlichen, strukturellen und berufsrechtlichen Aspekte schauen zu lassen. Bis Ende 2015 müssen nun alle Modellstudiengänge ihre Evaluationsergebnisse dem BMG übermitteln, das dann dem Bundestag Bericht erstatten wird. Auf Basis der Untersuchungsergebnisse soll jedes Modellvorhaben auch Bewertungen abgeben zu grundsätzlichen Fragen. Zum Beispiel, wie ist die Machbarkeit der akademischen Erstausbildung zu bewerten? Sind für eine dauerhafte Etablierung der Studiengänge Änderungen in den Berufsgesetzen erforderlich? Sollte eine Voll- oder Teilakademisierung angestrebt werden? Wie hoch sollte der Anteil an akademisch Ausgebildeten einer Berufsgruppe sein?

Lesen Sie hier den gesamten Beitrag: Weichenstellung – Evaluation der Modellstudiengänge

Aus der Zeitschrift ergopraxis 9/2015

 

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