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Occupational Therapy Intervention Process Model (OTIPM) – Betätigungsbasiert von Aufnahme bis Abschluss

Prozessmodelle begleiten Therapeuten und Klienten durch den Therapieprozess und zeigen, wann welche Schritte anstehen. Damit können Ergotherapeuten das Vorgehen leichter planen und Entscheidungen begründeter treffen. Durchlaufen Sie diese strukturelle Hilfe des OTIPM zusammen mit Ergotherapeut Gabriel und seinem Klienten Herrn Tanner.

Ergotherapeutisches Erstgespräch

Gabriels Vorgehen:
Der Ergotherapeut erklärt seinem neuen Klienten Herrn Tanner zunächst, dass der Fokus der Ergotherapie auf jenen Tätigkeiten liegt, die er ausführen will und muss, die ihn aber aufgrund seiner Ellenbogenschmerzen im Alltag und Beruf einschränken. Während des Gesprächs befragt Gabriel Herrn Tanner zum Tagesablauf, zu seinen Tätigkeiten und zum Kontext. Um ein umfassendes Bild von Herrn Tanner zu erhalten, richtet Gabriel das Gespräch implizit nach den 10 Dimensionen des klientenzentrierten Performanzkontextes aus (10 DIMENSIONEN).

Gabriel dokumentiert:
Herr Tanner ist 35 Jahre alt, verheiratet und Vater von zwei kleinen Kindern. Er arbeitet in der mittleren Führungsstufe einer renommierten Bank. Seit fünf Monaten leidet er immer wieder unter Ellenbogenschmerzen, die ihn vor allem beim Arbeiten am Computer, beim Hochnehmen des Säuglings und während des Sports beeinträchtigen. Aufgrund der andauernden Schmerzen hat er sein regelmäßiges Fitnesstraining unterbrochen. Er vermisst diesen Ausgleich. Ihm ist es sehr wichtig, dass er keine limitierenden Schmerzen mehr hat, da er sich täglich mit einem hohen Leistungsdruck konfrontiert sieht.

Gabriel reflektiert:
Früher hätte ich nach einem solchen Erstgespräch, das ich hauptsächlich auf die Arbeit ausgerichtet habe, gleich eine ergonomische Tastatur und Maus zum Ausprobieren mitgegeben. Jetzt helfen mir die zehn Dimensionen des klientenzentrierten Performanzkontextes, einen umfassenden Blick aller beeinträchtigten Tätigkeiten zu erlangen. Vorher wäre mir ebenfalls entgangen, dass der Klient seit Schmerzbeginn nicht mehr trainiert und seinen Säugling nicht mehr halten kann. Durch den Top-down-Ansatz versuche ich zunächst zu erfassen, wer der Klient ist und bei welchen Tätigkeiten er wie stark eingeschränkt ist. Zudem eruiere ich, welche Tätigkeiten gut ausführbar sind und wo seine Prioritäten für die Therapie liegen.

62 Fertigkeiten
Das OTIPM bietet 62 klar definierte Fertigkeiten (motorische, prozessbezogene und soziale Interaktionsfertigkeiten), um die Betätigungen im Alltag zu beobachten und messbar zu dokumentieren.

Performanzanalyse

Gabriels Vorgehen:
Herr Tanner empfindet die Arbeit am Computer als wichtigste eingeschränkte Tätigkeit. Gabriel vereinbart mit ihm, sich während der Computertätigkeit filmen zu lassen. Anschließend analysiert der Ergotherapeut den Film nach den Qualitätskriterien der motorischen und prozessbezogenen Performanzfertigkeiten [1].

Gabriel dokumentiert:
Die Videoanalyse zeigt hinsichtlich der Performanzqualität, dass Herr Tanner eine moderat erhöhte physische Anstrengung und Anspannung sowie eine moderat ineffiziente räumliche und zeitliche Organisation beim Tippen am Laptop, bei der Bedienung der Maus und beim Telefonieren aufweist (globales Eingangs-Performanzniveau). Er hat eine gekrümmte Arbeitshaltung, sein Körper ist unzureichend aufgerichtet. Seine Schultern, Arme und Oberkörper positioniert er ineffizient zum Tisch und zum Laptop. Er benutzt den Monitor nicht und hält das Telefon mit der linken Hand ans rechte Ohr. Sein Arbeitsplatz ist überfüllt und unorganisiert (spezifisches Eingangs-Performanzniveau). Herr Tanner gibt an, dass er manchmal stundenlang so sitze.

Lesen Sie den gesamten Beitrag hier Occupational Therapy Intervention Process Model (OTIPM) – Betätigungsbasiert von Aufnahme bis Abschluss

Aus der Zeitschrift ergopraxis 5/2018

 

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