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    Ein eingespieltes Team: die Therapiehunde Gordon und Nixe

     

Therapeuten mit vier Pfoten

Gordon und Nixe gehören mit ihrem Frauchen Monika Nülle-Horre zum therapeutischen Team einer psychiatrischen Tagesklinik. Unter den Patienten erfreuen sich die Hunde größter Beliebtheit. Vermutlich liegt das daran, dass sie nicht nur gute Zuhörer und prima Kuscheltiere sind, sondern in höchstem Maße unvoreingenommen, feinfühlig und wertschätzend.

Frau Nedel* sitzt während der „Hunde-AG“ zum ersten Mal mit meinem Hund Gordon auf dem Sofa. Gordon ist ein Routinier. Sehr schnell spürt er, was die Patientin braucht, und legt seinen Kopf vertrauensvoll auf ihren Oberschenkel. Frau Nedel ist sichtlich gerührt von dieser spontanen Zuwendung und beginnt leise zu weinen. Ich lasse der Patientin Zeit für ihr Gefühl, beobachte derweil die Mitpatienten und meine neue Hündin Nixe. Sie liegt auf einem Sessel und bekommt von einer anderen Patientin Streicheleinheiten. Nun wird sie auf das stärker werdende Weinen von Frau Nedel aufmerksam. Nixe setzt sich auf, blickt zu ihr rüber
und scheint irritiert. Ich greife nicht ein, sehe lediglich dabei zu, wie sie ihren Platz auf dem Sessel unaufgefordert verlässt und ebenfalls zum Sofa geht, einen sanften Satz macht, sich fragend vor Frau Nedel setzt und sie sanft anstupst, als wolle sie fragen: „Was ist denn los?“ Nun brechen die Dämme bei Frau Nedel vollständig.

Sich von den Tieren angenommen fühlen

Auch den Mitpatienten treibt die Szenerie Tränen in die Augen. Alle sind sichtlich gerührt von dem Verhalten der jungen Hündin, ich eingeschlossen. Ich interveniere, indem ich die Patienten behutsam auffordere, ihren Tränen Worte zu geben. Daraufhin teilt sich Frau Nedel schluchzend mit: „Endlich kann ich weinen. Seit Wochen bin ich hier und konnte bisher nicht weinen. Ich habe so lange nicht geweint.“ Auf mein Nachfragen berichtet die Patientin, dass sie sich schon lange nicht mehr angenommen und geliebt gefühlt hat, von niemandem, nicht einmal mehr von sich selbst. „Und nun kommen da diese Hunde, und die nehmen mich einfach so an und zeigen mir ihre Zuneigung.“ Auch die Mitpatienten schildern, wie sehr sie ergriffen sind von der Zugewandtheit der beiden Hunde und von der Stimmung im Raum. Sie fühlen sich verstanden, gesehen und angenommen.

* Name von der Redaktion geändert

Lesen Sie die gesamte Leseprobe zu „Therapeuten mit vier Pfoten“ aus der ergopraxis 2/2015.

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