• Rollenwechsel

    Lange Zeit war das Handwerk selbstverständlicher Therapieinhalt.

     
  • Basteltante

    Aber was genau hat es mit dem Alltag der Klienten zu tun?

     
  • Basteltanten

    Außer dass sich zu Hause die Körbe türmen nicht viel ...

     

Von der Basteltante zur Ergotherapeutin

ROLLENWECHSEL IN DER ERGOTHERAPIE: Wenn das Handwerk in der Ergotherapie zum alten Eisen gehört, dann müsste man ganze Abteilungen auf den Kopf stellen. Dass sich dieser Aufwand lohnt, zeigt das Beispiel einer Suchtklinik. Hier haben die Ergotherapeuten den Sprung zur Klientenzentrierung geschafft. Ein Plädoyer.

Ergotherapeuten kennen die Worte, die ihre beruflichen Aufgaben beschreiben, und die der Deutsche Verband der Ergotherapeuten (DVE) 2007 als Definition veröffentlichte. Doch wer kann wirklich von sich behaupten, Behandlungen immer mit bedeutungsvollen Betätigungen für seine Klienten zu gestalten? Wer ermöglicht ihnen tatsächlich Handlungsfähigkeit und Teilhabe im Alltag und verbessert damit ihre Lebensqualität? Wenn Ergotherapeuten das leisten, dann arbeiten sie sicherlich nicht mit Handwerk.

Veraltet: symptombezogene Ergotherapie auf Zuweisung
In vielen Rehabilitationskliniken ist die Ergotherapie sehr stark vom Handwerk geprägt. So gestaltete sich bis 2006 die Situation auch in der Klinik, in der ich beschäftigt bin – einer Rehabilitationsklinik mit dem Schwerpunkt Sucht (Alkohol- und Medikamentenabhängigkeit). Häufige Begleiterkrankungen der Klienten sind zum Beispiel Depressionen, Persönlichkeitsstörungen und Zwangserkrankungen. Unser Team besteht aus drei Ergotherapeuten. Einen interdisziplinären Austausch mit den behandelnden Ärzten gab es ursprünglich nicht, und mit den Psychotherapeuten trafen wir lediglich vereinzelt Absprachen. Wenn die Klienten in die Ergotherapie kamen, dann hatte der zuständige Psychotherapeut den kompletten Behandlungsablauf bereits festgelegt. Bewegungstherapeuten und Ergotherapeuten arbeiteten auf Zuweisung und erhoben weder einen Befund, noch trafen sie Zielvereinbarungen mit den Klienten. Die Einteilung in verschiedene Gruppen erfolgte symptombezogen. Kam beispielsweise ein Klient mit dem Ziel „Verbesserung der Entspannungsfähigkeit“ aus der Psychotherapie, dann ordneten wir ihm grundsätzlich das meditative Malen zu, ohne seinen Kontext einzubeziehen. Wir führten keine regulären Zwischengespräche mit den Klienten, und am Ende der Behandlung dokumentierten wir lediglich einen Überblick über den Therapieverlauf. Wir definierten keine methodischen Schwerpunkte, sondern arbeiteten nach Indikation für die bestehenden Gruppenangebote wie Materialgruppen, meditatives Malen, Gestaltungstherapie, Projektgruppen oder kognitives Training.

 

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