• Homöopathische Therapie eines flechtenartigen Exanthems mit Sulfur - Ganzheitliche Tiermedizin - Sonntag Verlag

     

Homöopathische Therapie eines flechtenartigen Exanthems mit Sulfur

Das Fallbeispiel beschreibt die homöopathische Mittelfindung und den Therapieverlauf bei einem Hannoveraner-Wallach mit einem flechtenartigen Exanthem. Sulfur C 1000 erweist sich als das Mittel der Wahl.

Petzi hat immer wieder Hautveränderungen, die laut Besitzerin (selbst Tierärztin) aussehen wie Hautpilz. Die Behandlung mit Imaverol (Antimykotikum mit dem Wirkstoff Enilkonazol) führt zur Abheilung, eine Vakzinierung hat alles nur verschlimmert. Er hat die Veränderungen von Anfang an gehabt, sie sind manchmal in der Sattellage, sodass Reiten dann nicht möglich ist. Außerdem hat er „Asthma“ (COPD), was aber seit 4–5 Jahren symptomlos ist. Petzi hat einen starken Senkrücken, weshalb er nur eingeschränkt nutzbar ist und ein bisschen wie ein „Behinderter“ behandelt wird.

Haltung: Familienpferd, Resthof, Stall direkt am Haus, Offenstallhaltung. Petzi steht mit dem jüngeren Wallach Andi zusammen, der als Fohlen dazukam. Nebenan stehen zwei Ponys, die einen Extrastall haben. Es gibt auf dem Hof 2 Kinder, 2 Hunde, Katzen, Hühner, Enten, die auch alle mal übers Paddock und durch den Stall wuseln. Petzi wird longiert und auf dem Platz geritten.

  • mag nichts gern um sich haben, beknabbert sich selten mit anderen Pferden
  • Hautveränderungen oft auf einer Seite gehäuft, auf der anderen Seite spärlich, die Seiten wechseln
  • früher Veränderungen bevorzugt im Fellwechsel, jetzt immer
  • Haare brechen nicht ab, lassen sich aber an den Stellen leicht rausziehen, unten kleben graue Schuppen an den Haaren (Anm.: sieht nicht typisch nach Hautpilz aus)
  • bekommt nasses Heu (wegen COPD), aber trockenes Heu steht daneben; er war mal kurzatmig (schlechtes Heu bekommen? Etwas anderes?)
  • hat bei einem Asthmaanfall einmal Kortison bekommen (Anfall ohne Husten, geblähte Nüstern); das ist einige Jahre her
  • im letzten Herbst für ca. 2 Monate beim Antraben ein Huster, jetzt Atmung o. b. B.
  • Rücken: chronische Schmerzen? Röntgen o. b. B. (hatte Verdacht auf Kissing Spines, ist aber negativ)
  • z. Zt. geringgradige Lahmheit hinten rechts – Hangbeinlahmheit, Sprunggelenk o. b. B. – Hüftarthrose?
  • graue Haare auf der Kruppe
  • sehr sensibel, ganz empfindlich, immer gleich beleidigt, besonders, wenn man was von ihm verlangt, wo er meint, er tut schon sein Bestes, und man ist nicht zufrieden. Er legt dann die Ohren an, schleudert den Kopf, droht. Besitzerin sagt: „Nutzt er es vielleicht aus, dass man ihn als Behinderten behandelt?“
  • Besitzerin richtet sich nach ihm, er kommt mit allem durch. Wenn sie dann energisch ist, klappt es plötzlich, von Rückenproblemen ist dann nichts zu merken – deshalb Verdacht des Ausnutzens
  • Satteln mag er nicht, geht weg, weicht aus, legt aber nicht die Ohren an, hat keinen Gurtzwang, wegen Rückenform passt kein Sattel richtig
  • Aufsitzen ist kein Problem (er guckt resigniert)
  • beim Reiten ist er artig, keine Bocksprünge, kein Widersetzen
  • mag keine Tiere/Kinder, geht weg, legt die Ohren an, schlägt mit dem Kopf
  • hat noch nie gebissen oder geschlagen
  • kann Regen nicht vertragen, geht dann in den Stall (Anm. der Besitzerin: Wasser steht möglicherweise auf dem Rücken?)
  • trinkt wenig, tunkt aber das Heu ins Wasser und matscht
  • bei Hitze steht er wegen der Bremsen im Stall
  • liegt nicht in der Sonne
  • liegt nie, wälzt sich mal, schläft wohl nicht im Liegen – Unruhe wegen des anderen Wallachs Andi, schläft jetzt allein
  • wälzt sich ordentlich (meistens mit Decke bei Regen), schlammverkrustet
  • hat die Regendecke gern, steht dann auch in strömendem Regen draußen
  • steht nachts gern draußen
  • Zink, Vitamin C, Öl kurweise zugefüttert
  • Ingwerpulver (entzündungshemmend!): ging ihm besser, lief gut, war „propper“, fröhlich, Haut vielleicht (?) etwas besser
  • Er ist total pingelig, man bekommt nichts übers Futter rein, aber Ingwer (scharf!) ist kein Problem.
  • Früher war er der Chef, war leicht reizbar und aggressiv. Jetzt ist Andi der Chef, seit er groß ist.
  • Wenn Andi weg ist, wartet er artig, wiehert manchmal.
  • Andi ist offensichtlich Stressfaktor. Wäre er glücklicher ohne ihn?
  • Er hat allein keine Angst.
  • mag die Ponys gern, schmust mit Racker
  • nie Probleme mit Magen-Darm-Trakt
  • sieht älter aus, als er ist, die Augengruben sind deutlich eingefallen
  • allgemeine Untersuchung ohne besonderen Befund


Die Hautveränderungen, die ich gesehen habe, sehen nicht nach Hautpilz aus. Eine frühere bakteriologische Untersuchung hat hochgradigen Keimgehalt von Streptococcus equi ssp. equi ergeben. Die anderen Pferde hatten nie solche Hautveränderungen.

Diagnose: flechtenartiges Exanthem unbekannter Ätiologie

 

Lesen Sie hier den gesamten Beitrag: Homöopathische Therapie eines flechtenartigen Exanthems mit Sulfur
Aus der Zeitschrift für Ganzheitliche Tiermedizin 02/2014

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