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Vorhandlahmheit des Pferdes aus osteopathischer Sicht

Die sichtbare Lahmheit oder Taktunreinheit eines Beines lässt noch keinerlei Rückschluss darauf zu, ob tatsächlich lediglich dieses Bein eine Problematik aufweist. Der wichtigste Grundsatz der Osteopathie lautet: Leben ist Bewegung. Insofern interessiert sich die Osteopathie für alle Strukturen, die nicht (mehr) ihre natürliche Motilität, Arthrokinematik und/oder Biomechanik in Qualität bzw. Quantität aufweisen.

Osteopathische Sicht einer Vorhandlahmheit

Die Ursachen für Taktunreinheiten und Lahmheiten können sowohl im Bein selbst liegen (s. o. „Biomechanik der Vorhand“) als auch in allen Strukturen, die in Vor-, Mittel- und Hinterhand an der Bewegung beteiligt sind (s. o. „Der natürliche Bewegungsablauf“). Für Definition und Beschreibung der tierärztlich identifizierbaren Lahmheitsursachen sei auf die einschlägige veterinärmedizinische Literatur verwiesen.

Aus osteopathischer Sicht sind die schulmedizinischen Diagnosen im Rahmen der Befundung wissenswerte und wichtige Bausteine, für die Behandlung aber nicht ausschlaggebend. Ausnahme: tierärztliche Kontraindikationen einer osteopathischen Behandlung!

Grundsätzlich wird unterschieden in eine Stützbeinlahmheit und eine Hangbeinlahmheit.

 

1. Stützbeinlahmheit

Bei der Stützbeinlahmheit ist die Stützbeinphase eines Beines verkürzt. Diese kann sich zeigen als:

  • reduzierte Lastaufnahme des Stützbeins
  • verfrühtes Abfußen am Ende der Propulsion

 

Muskuläre Ursachen in Vorhand und Rumpf

Hypertonus/Kontraktur von (palpierbare Hauptmuskeln):

  • M. brachiocephalicus (R. ventralis aus Hirnnerv XI, Rr. ventromediales der Segmente)
  • M. pectoralis superficialis (Nn. pectorales craniales und caudales aus nC6–Th2)
  • M. trapezius Pars thoracis (R. dorsalis aus Hirnnerv XI)
  • M. rhomboideus Pars thoracis (Rr. ventromediales der Segmente)
  • M. serratus ventralis thoracis (N. thoracis longus aus nC8–nTh1)
  • Mm. scaleni (Rr. ventrales der Segmente)
  • M. deltoideus Pars clavicularis (N. axillaris aus nC7/nC8)
  • M. supraspinatus (N. suprascapularis aus nC6–nC8) (Zügellahmheit)
  • M. biceps brachii (N. musculocutaneus aus nC6–nC8)
  • M. brachialis (N. musculocutaneus und N. radialis aus nC6–nTh1)
  • Mm. flexor digitorum superf./prof. (Nn. ulnaris und medialis aus nC7–nTh2)
  • M. extensor carpi ulnaris (N. radialis aus nC7–nTh1)
  • M. erector spinae (Rr. dorsales der Segmente)

Segmentale Nervenkompression aufgrund etwaiger Wirbelläsionen mit nachfolgender Hypotonie/Atrophie des entsprechenden Myotoms der Propulsoren.

 

Lesen Sie hier den gesamten Beitrag Vorhandlahmheit des Pferdes aus osteopathischer Sicht

Aus der Zeitschrift für Ganzheitliche Tiermedizin 04/2012

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