• Zimt – nicht nur zur Weihnachtszeit - Ganzheitliche Tiermedizin - Sonntag Verlag

     

Zimt – nicht nur zur Weihnachtszeit

Zimt wird seit Jahrtausenden aufgrund seiner geschmacklichen und verdauungsfördernden Qualitäten in großen Teilen der Welt geschätzt und vielfältig genutzt.

Unsicherheit in Bezug auf die Unbedenklichkeit von Zimt tauchte hierzulande erst 2006 auf, als das Bundesamt für Risikobewertung (BfR) vor Cumarin im Zimt warnte.


Gefährliche Zimtsterne?

Als man in zimthaltigem Weihnachtsgebäck Cumarin-Werte gemessen hatte, die den in der Aromenrichtlinie vorgegebenen Höchstwert von 2 mg/kg erheblich überschritten, sah sich das BfR genötigt, darauf hinzuweisen, dass Kinder, die vielleicht zusätzlich noch Milchreis mit Zucker und Zimt verzehrten, im worst-case-Szenario mit einer Cumarinmenge belastet werden könnten, die den TDI (tolerable daily intake) und damit die Menge, die täglich ein Leben lang ohne Gesundheitsschäden aufgenommen werden kann, überschreitet. 2012 kam das BfR in einer Neubewertung zu denselben Schlüssen.

Cumarine sollen lebertoxisch und karzinogen wirken, zumindest legen dies Versuche mit extrem hohen Dosen bei Ratten nahe. Hinweise auf Schäden beim Menschen und beim Haustier durch Cumarin oder cumarinhaltigen Zimt fehlen bislang. Während die Gefahr durch weihnachtliche Zimtsterne wohl eher anekdotischen Charakter hat, könnte der Trend, Zimt im Grammbereich in der täglichen Daueranwendung zur Blutzuckersenkung einzunehmen, schon eher als bedenklich angesehen werden. Doch nicht jeder Zimt enthält überhaupt Cumarine. Außerdem könnte auch ein weiterer Inhaltsstoff im Zimt für Probleme sorgen: das Zimtaldehyd. Auch Zimtaldehyd kommt nicht in jeder Zimtzubereitung vor. Die folgenden Ausführungen sollen zur Klarheit über den Zimt beitragen.


Cumarin

Cumarin ist das Lacton der cis-o-Hydroxyzimtsäure. Seinen charakteristischen Geruch verbindet man mit frischem Heu und Waldmeisterbowle. Cumarin wirkt sedativ, spasmolytisch, antiphlogistisch, ödemhemmend/antiexsudativ und lymphokinetisch. Ihm wird eine antitumorale, insbesondere rezidiv- und metastasenhemmende Wirkung über direkte Immunstimulation zugesprochen. Cumarin hemmt nicht die Blutgerinnung, wie fälschlich vielfach behauptet wird (blutgerinnungshemmend wirkt Dicumarol).

Cumarin wird beim Menschen nach peroraler Aufnahme durch CYP2A6, einen Subtyp des Cytochrom P450, hauptsächlich zu 7-Hydroxycumarin umgewandelt und verlässt den Körper als Glucuronid oder Sulfat über den Urin. Geringe Anteile werden zu lebertoxischem Cumarin-3,4-epoxid metabolisiert, das durch Glutathion entgiftet wird.

Bei vorgeschädigter Leber oder einem genetischen Defekt im Entgiftungssystem sind hohe tägliche Cumarindosen möglicherweise gefährlich. Aus Sicherheitsgründen wurde deshalb für den Menschen eine tolerierbare tägliche Einnahmemenge (TDI) von 0,1 mg/kg festgelegt, was bei einem 60 kg schweren Menschen lebenslang 6 mg/Tag entspräche.

Die Ratte – das Standard-Labortier zur Gewinnung toxikologischer Daten – ist aufgrund eines anderen Metabolisierungsweges durch Cumarin wesentlich stärker gefährdet als z. B. der Mensch. Auch für Katzen muss aufgrund der Glucuronidierungsschwäche durch tägliche Cumarinzufuhr mit einer Gesundheitsgefährdung gerechnet werden. Cumarin findet als Duftstoff Verwendung in der Parfumerie und wird auch über die Haut aufgenommen.


Zimtaldehyd – eine Substanz mit allergenem Potenzial

Zimtaldehyd (trans-Zimtaldehyd) ist wesentlicher Bestandteil in ätherischem Zimtöl. Es wird jedoch v. a. synthetisch hergestellt und findet als Duftstoff in Kosmetika, Wasch- und Reinigungsmitteln, Zahncremes und Mundwässern große Verbreitung. Zimtaldehyd kann über die Haut aufgenommen werden und ist beim Menschen recht häufig allergieauslösend auf Haut und Schleimhaut (Allergien vom Typ IV). Zimtaldehyd kommt in wässrigen Zimtextrakten nicht vor.

 

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Aus der Zeitschrift für Ganzheitliche Tiermedizin 02/2017

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