Androgene – auch für Frauen wichtig

Als Androgene bezeichnet man Hormone, die die Entwicklung und Ausprägung männlicher Geschlechtsmerkmale fördern. Beim Mann werden sie überwiegend in den Hoden gebildet, bei Frauen in den Eierstöcken, der Nebennierenrinde und im Fettgewebe. Das wirksamste Androgen ist Dihydrotestosteron, gefolgt von Testosteron. Auch Dehydroepiandrosteron (DHEA) wirkt hauptsächlich als Androgen. Es wird überwiegend in den Nebennieren gebildet und gilt als Anti-Aging-Hormon.

Biochemisch gesehen sind die Androgene der Frau exakt die gleichen wie beim Mann. Nur ihre Konzentration ist wesentlich geringer: Im Blut der Frau findet sich im Vergleich zu Männern nur etwa ein Zehntel der Menge an Testosteron. Bei der Frau spielen die Androgene mehrere wichtige Rollen: Zum einen dienen sie als Vorstufen für die Östrogenproduktion, zum anderen erfüllen sie eigenständige Aufgaben: Sie tragen zur körperlichen und seelischen Ausbildung der Geschlechtsrolle und zur Entwicklung der Körperbehaarung bei, fördern die sexuelle Lust, beeinflussen Haut, Haarwurzeln und Talgdrüsen, kräftigen die Muskulatur und stärken das Knochengerüst. Vor allem junge Frauen können auch darunter leiden, dass ihre Androgenspiegel zu hoch sind. Die Folge sind dann eine fettige Haut (Seborrhö) und vor allem die verhasste Akne.

Übermäßiger Einfluss von Androgenen bereits in der Kindheit, beispielsweise durch hormonproduzierende Tumoren, führt bei Mädchen zur vorzeitigen Pubertät, zu verstärkter Körperbehaarung sowie zu Unfruchtbarkeit. Ein Androgenmangel senkt das sexuelle Verlangen und reduziert den allgemeinen Antrieb. Viele Aspekte des Androgenstoffwechsels bei Frauen sind jedoch noch unbekannt. In den Wechseljahren sinkt auch die Produktion der Androgene, vor allem in den Eierstöcken. Wenn Sie um die 50 sind, ist Ihr Testosteronspiegel nur noch etwa halb so hoch wie bei einer 30 Jahre alten Frau.