Aufmerksamkeitsumlenkung bei Tinnitus

Die Aufmerksamkeitsumlenkung ist eine wichtige Methode der Tinnitusbehandlung. Das Ziel der Aufmerksamkeitsumlenkung besteht darin, die Aufmerksamkeit eines Tinnituspatienten von seinem Ohrgeräusch wegzuführen und sie zu positiveren Dingen seines Lebens „umzulenken“. Auf diese Weise soll verhindert werden, dass sich ein Tinnitusbetroffener zu stark auf sein Ohrgeräusch konzentriert. Die meisten Tinnituspatienten haben einen hohen Nutzen von der Aufmerksamkeitsumlenkung.

Die Aufmerksamkeitsumlenkung bei Tinnitus kann in Form ganz alltäglicher Aktivitäten erfolgen (s. unten). Zudem ist sie ein wichtiger Bestandteil der Tinnitus-Retraining-Therapie. Dort stellt die Aufmerksamkeitsumlenkung neben der ärztlichen Aufklärung und Beratung über den Tinnitus (sogenanntes Counselling) sowie der psychologischen Tinnitustherapie die dritte Behandlungssäule dar.

Durchführung der Aufmerksamkeitsumlenkung bei Tinnitus

Eine Aufmerksamkeitsumlenkung können Tinnitusbetroffene sehr leicht selbst herbeiführen, beispielsweise durch ganz alltägliche Aktivitäten wie Kinobesuche, Treffen mit Freunden, Urlaubsplanung und Hobbys wie Sport oder Gärtnern. Das Umlenken der Aufmerksamkeit erfolgt bei diesen Aktivitäten zum einen durch die Geräusche, welche damit einhergehen, beispielsweise bei einem Kinofilm. Zum anderen lenkt die Konzentration auf angenehme Dinge wie Hobbys die Aufmerksamkeit auf diese Tätigkeiten um und führt sie dadurch vom Tinnitus weg. Diese eigenständige Aufmerksamkeitsumlenkung kann durch Freunde und Familienmitglieder sehr gut unterstützt werden, beispielsweise durch Anregung gemeinsamer Unternehmungen und Aktivitäten. Im Rahmen der Tinnitus-Retraining-Therapie wird die Aufmerksamkeitsumlenkung in erster Linie durch den Einsatz von Rauschgeräten wie Noiser beziehungsweise Masker angeregt. Alternativ ist eine Aufmerksamkeitsumlenkung durch Imaginationen (Arbeiten mit inneren Bildern) möglich. Dabei werden die Tinnituspatienten therapeutisch angeleitet, sich angenehme innere Bilder vorzustellen, was der Therapeut beispielsweise durch Wärme oder Licht unterstützen kann (zum Beispiel Vorstellung, an einem sonnigen Tag an einem warmen Palmenstrand zu liegen und dabei auf das Rauschen der Wellen zu hören).


Quellen:
Biesinger, E.: Tinnitus – Endlich Ruhe im Ohr. Trias, Stuttgart (2013)
Eysel-Gosepath, K./ Gerhards, F./ Schicketanz, K-H./ Teichmann, K./ Benthien, M.: Aufmerksamkeitslenkung in der Tinnitustherapie. HNO 52: 431–439, (2004) ; www.springerlink.com/content/6fttl24hkggnxua2 (Abruf am 12.03.2010) Kreutz, I.: Patienten können lernen, mit Ohrgeräuschen zu leben. Ärzte-Zeitung, 29.11.2004; www.aerztezeitung.de/medizin/fachbereiche/innere_medizin/article/331630/patienten-koennen-lernen-ohrgeraeuschen-leben.html (Abruf am 12.03.2010)

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