So stellt der Arzt die Diagnose

Asthma ist nicht immer einfach festzustellen. Eine ausführliche Erhebung der Krankengeschichte, die körperliche Untersuchung sowie die Auswertung technischer Untersuchungsmethoden sind notwendig, um die Dia gnose Asthma zu stellen und den Schweregrad der Erkrankung zu bestimmen. Die wichtigsten technischen Maßnahmen zur Feststellung von Asthma sind die Lungenfunktion und Allergiediagnostik.

Ihr Arzt kann sich zunächst durch eine ausführliche Befragung (Anamnese) ein Bild von Ihrer Erkrankung machen. Sie ist der erste Schritt zur Diagnosestellung. Die Anfangssymptome einer Asthmaerkrankung sind von Patient zu Patient ganz unterschiedlich. So kann Asthma mit Reizhusten, Schwierigkeiten beim Ausatmen, Atemnot oder mit pfeifenden Atemgeräuschen beginnen. Die Beschwerden können zu verschiedenen Tageszeiten und in unterschiedlicher Umgebung auftreten. Oft wird eine Überempfindlichkeit der Atemwege als Missempfindung im Brustkorb etwa beim Einatmen von kalter Luft, Küchendünsten oder Parfum sowie bei Temperaturwechsel geschildert. Häufig sind Allergien und Asthma bereits in der Familie aufgetreten. Meist treten die ersten Asthmasymptome in der Nacht auf.

Mit einem Gerät zum Abhorchen der Lunge (Stethoskop) kann Ihr Arzt meist leicht erkennen, ob die Atemwege verengt sind. In diesem Fall vernimmt er ein pfeifendes Geräusch, das am Ende des Atemmanövers und bei sehr starker und schneller Ausatmung noch deutlicher hörbar ist. Dieses Geräusch bezeichnet der Arzt als Giemen. Das Giemen ist mit dem Stethoskop erst dann wahrnehmbar, wenn mindestens 25 Prozent der Atemwege verengt sind. Dies bedeutet, dass ein Viertel der Lunge nicht mehr einwandfrei arbeitet. Bei langjährigem, unzureichend behandeltem Asthma oder bei einem schweren Asthmaanfall kann das Atemgeräusch abgeschwächt und somit kaum wahrnehmbar sein. Der Arzt spricht dann von einer »stillen Lunge«.

Asthma-Diagnoseverfahren im Überblick

Die folgende Auflistung nennt alle Diagnoseverfahren,die einem Lungenfacharzt zur Verfügung stehen.

  • Patientenbefragung: Anamnese
  • Körperliche Untersuchung
  • Lungenfunktionstests:
  1. Spirometrie: Lungenvolumen
  2. Body-Plethysmografie: Atemwegswiderstände, Druck-Strömungskurven (Ein- und Ausatmung), Gasvolumina, Flussgeschwindigkeiten einschließlich Peak Flow sowie Fluss-Volumen-Kurven
  3. Bronchialer Hyperreagibilitätstest: bronchiale Überempfindlichkeit
    der Atemwege: Funktion nach Inhalation,z. B. von Histamin oder kalter Luft
  4. Bronchospasmolysetest: Funktion nach Inhalation von bronchialerweiternden Medikamenten wie z. B. Beta-2-Mimetika
  5. Ergometertest: Funktion nach körperlicher Belastung (Laufband oderFahrradergometer)
  6. Inhalativer Provokationstest mit Allergen: Lungenfunktion nach Inhalation eines Allergens
  • Blutgasanalyse: u. a. Sauerstoffbestimmung im arteriellen Blut (bei schwerem Asthma)
  • Erfassung der Atemwegsentzündung bzw. entzündlichen Aktivität der Asthmaerkrankung:
  1. FENO Test: Bestimmung von Stickoxiden (NO) in der Ausatemluft
  • Allergiediagnostik:
  1. Patientenbefragung: hierbei besonders eine Allergieanamnese
  2. Hauttest: Prick, Intracutan (Ic), Reib, ScratchTest
  3. Bluttest: Serum-IgE gesamt, spezifisch (RAST-Test)
  4. Provokationstest mit Allergen: nasal, inhalativ
  • Auswurfanalyse: bei Neigung zu Infekten gegebenenfalls Untersuchung auf Keime, Pilze
  • Peak-Flow-Verlaufsmessungen zu Hause: Peak-Flow-Tagebuch