Was ist Dysakusis?

Unter einer Dysakusis versteht man eine Fehlhörigkeit. Diese kann ganz unterschiedliche Ursachen haben und sich zudem in verschiedener Art und Weise äußern. Mögliche Formen einer Dysakusis sind:

  • ungenaues Verstehen, beispielsweise während eines Gespräches oder beim Fernsehen
  • akustische Verzerrung, so dass das Gehörte durch zusätzliche Höreindrücke verzerrt wird und man dadurch zum Beispiel den Eindruck hat, das Gehörte wie durch ein schlecht verständliches Megafon wahrzunehmen
  • gesteigerte Wahrnehmung (Hyperakusis)
  • Schwerhörigkeit (Hypoakusis)
  • Taubheit (Anakusis)
  • Überempfindlichkeit gegenüber Höreindrücken, was unter Umständen sogar mit dem Empfinden von Schmerzen einhergeht

Die möglichen Ursachen einer Dysakusis sind zahlreich. Prinzipiell kann nahezu jede Erkrankung im Bereich der Ohren zur ihrer Entstehung beitragen. Weiterhin spricht man von einer zentralen Dysakusis, wenn die Fehlhörigkeit auf einer Störung im Bereich der Hörzentren des Gehirns beruht. Zudem können seelische Ursachen zur Entstehung und Aufrechterhaltung einer Dysakusis beitragen.

Therapeutisches Vorgehen bei Dysakusis

Liegt einer Dysakusis eine bestimmte Ursache zugrunde, beispielsweise eine Menière-Erkrankung als Grund für eine Hyperakusis, steht die Therapie dieser zugrunde liegenden Erkrankung im Mittepunkt der Behandlung. Allerdings lässt sich gelegentlich keine konkrete Ursache der Dysakusis feststellen, und auch eine „akustische Überforderung“ (beispielsweise im höheren Lebensalter) sowie emotionale Ursachen sind mitunter als Gründe in Betracht zu ziehen. 

Ist keine ursächliche Erkrankung für die Dysakusis bekannt oder lässt sich diese nicht zufriedenstellend behandeln, ist häufig ein sogenanntes Gewöhnungstraining hilfreich. Dabei lernt der betroffene Patient, sich an seine Fehlhörigkeit zu gewöhnen und möglichst gut damit zurechtzukommen. Zudem lernt das Gehirn bei vielen Betroffenen von selbst, mit der Dysakusis umzugehen: Die fehlerhaften Hörwahrnehmungen werden als solche erkannt und bei der „Berechnung“ des gesamten Höreindrucks berücksichtigt – für den Patienten entsteht nach einer gewissen Zeit wieder ein normaler Höreindruck.

Quellen:
Eastman, L.: Hörstörungen – Dysakusis. www.bleib-gesund-service.de/-nase-ohren/hoerstoerungen (Abruf am 18.01.2010)
Hesse, G: Tinnitus. Thieme, Stuttgart (2008)
Hoffmann-La Roche AG, Urban & Fischer: Roche Lexikon Medizin, 5. Aufl. Urban & Fischer, München (2003)
Probst, R., Grevers, G., Iro, H.: Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde. Thieme, Stuttgart (2008)
Wikipedia-Autoren: Verzerrung (Akustik). de.wikipedia.org/wiki/Verzerrung_(Akustik) (Abruf am 18.01.2010)

 

 

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