Entsteht der Tinnitus im Innenohr?

Das Innenohr ist in das Felsenbein des Schädels eingebettet. Im Innenohr befinden sich das Gleichgewichtsorgan und das Hörorgan („Schnecke“), das für die Entstehung eines Tinnitus von Bedeutung ist. Das Hörorgan ist über ein kleines Fenster mit den Gehörknöchelchen verbunden, die den Schall an das Hörorgan weiterleiten. Die für das Hören wichtige Umwandlung des Schalls in elektrische Informationen ist eine der wichtigen Funktionen des Hörorgans und damit auch des Innenohres.

Im Innenohr spielt sich beim Hören Folgendes ab: Der auf das Innenohr übertragene Schall erreicht im Hörorgan die Hörsinneszellen. An den Sinneszellen öffnen sich kleine Kanäle, durch die Ionen wie Kalium und Natrium fließen. Dieser Ionenfluss hat eine elektrische Erregung der Sinneszellen zur Folge. Aufgrund dieser Erregung setzen die Sinneszellen Botenstoffe (Neurotransmitter) frei. Die Botenstoffe erreichen den Hörnerv und lösen wiederum bei diesem eine Erregung aus, sodass er den Hörreiz an das Gehirn weiterleitet. Auf diese Weise stellt das Innenohr eine Schaltstelle zwischen dem Schall des Gehörten und der elektrischen Weiterleitung der Hörinformation dar.

Das Innenohr als Ort der Tinnitusentstehung

Das Innenohr kann, muss aber nicht der Ort der Tinnitusentstehung sein. Für die Tinnitusentstehung im Bereich des Innenohres spricht die Beobachtung, dass viele Betroffene einen Hörverlust aufweisen, der genau jene Frequenzen betrifft, auf denen der Tinnitus wahrgenommen wird. Allerdings können Funktionsstörungen des Innenohres weitere Störungen nach sich ziehen, die zur Entstehung oder Aufrechterhaltung eines Tinnitus beitragen. Zu diesen Störungen gehört eine krankhaft gesteigerte oder auch ohne äußere Geräusche ausgelöste Aktivierung des Hörnervs. Dies führt dazu, dass sich die für das Hören zuständigen Gehirnregionen umorganisieren. Diese Umorganisation hat zur Folge, dass in der Hörregion des Großhirns ein Höreindruck entsteht, dem kein tatsächliches Geräusch zugrunde liegt – ein Tinnitus ist entstanden. Auf diese Weise führt eine Funktionsstörung des Innenohres zu einer Fehlinformation des Gehirns.

Quellen:
Biesinger, E.: Tinnitus – Endlich Ruhe im Ohr. Trias (2013)
Hesse, G.: Tinnitus. Thieme (2008)

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