Fieber

Fieber (oder erhöhte Körpertemperatur) ist keine eigenständige Erkrankung, sondern die Reaktion des Körpers auf unterschiedliche Einflüsse, zum Beispiel Krebserkrankungen und deren Behandlungen (Chemo-, Strahlen-, Antibiotika-, Zytokin- oder Wachstumsfaktortherapie), aber auch Infektionen oder Stoffwechselstörungen (z. B. der Schilddrüse).

Unter Chemo- oder Strahlentherapie kann Fieber auftreten u. a:

  • als Reaktion auf eine Infektion, meist Harnwegsinfekt, Lungenentzündung, Wundinfekt
  • als Fieber unklarer Herkunft, meist durch nicht diagnostizierte Infektionserreger
  • als Reaktion auf den therapiebedingten Krebszellzerfall
  • durch die verabreichten Medikamente, z. B. Antikörper, Zytostatika

Fieber signalisiert, dass das körpereigene Abwehrsystem aktiviert wurde und hat demnach eine unterstützende Funktion. Entsprechend der Temperatur (rektal gemessen) unterscheidet man:

  • erhöhte Temperatur unter 38 °C
  • mäßiges Fieber bis 38,5 °C
  • hohes Fieber über 39 °C

Die wichtigsten Fiebersymptome umfassen: Anstieg von Temperatur, Puls, Atemfrequenz, warme, rote Haut, erhöhter Durst, konzentrierter Urin, Schwindel, Unruhe, Verwirrtheitszustände, Müdigkeit, Kraftlosigkeit, Schüttelfrost, Fieberkrämpfe.

Achtung: Krebspatienten unter Chemo- oder Strahlentherapie sollten bereits erhöhte Temperaturen (> 37,5 °C) dringend aber Fieber (> 38 °C) ihrem behandelnden Onkologen mitteilen, um bei Bedarf rechtzeitig therapeutische Maßnahmenzu ergreifen!

Therapie

Neben der Behandlung der zugrunde liegenden Erkrankung erfolgen Flüssigkeitszufuhr, fiebersenkende und schmerzlindernde medikamentöse Therapie (z. B. Paracetamol, Acetylsalicylsäure, Ibuprofen, Metamizol).

So hilft Ihnen die Komplementärmedizin

Fieber deutet darauf hin, dass Ihr körpereigenes Abwehrsystem aktiviert wurde. Fieber als Symptom ist nicht prinzipiell behandlungsbedürftig, sondern kann als »Immuntraining« betrachtet werden, solange es das Allgemeinbefinden nicht zu stark beeinträchtigt. Die Ursache des Fiebers sollte jedoch ärztlich abgeklärt werden.

Kleidung: Bei erhöhter Temperatur oder Fieber sollten Sie atmungsaktive Kleidung tragen und vor allem nachts im Bett einen Wärmestau vermeiden. Ihre Aufenthaltsräume sollten nicht überheizt sein und regelmäßig gelüftet werden.

Trinken: Da man durch die erhöhte Körpertemperatur mehr Flüssigkeit verliert, ist es wichtig, den Flüssigkeitsverlust auszugleichen:

  • Trinken Sie täglich ca. 3 Liter Mineralwasser oder Tees. Empfehlenswert sind auch mit Wasser verdünnte Fruchtsäfte (z. B. Orangensaft), denen Sie ½ Teelöffel Kochsalz und 5 Teelöffel Traubenzucker zugeben (auf ½ Liter Wasser plus ½ Liter Fruchtsaft).
  • Die erforderliche Salz- und Elektrolytaufnahme ist auch durch salzhaltige, klare Suppen möglich (insbesondere klare Hühnersuppe, die einer amerikanischen Untersuchung zufolge Abwehrfunktionen aktivieren und Bakterien abtöten soll). Brottrunk kann die Darmfunktionen stabilisieren und Entzündungsreaktionen abmildern.
  • Tees, die die Schweißbildung anregen, sind z. B. Lindenblütentee, Holundertee. Das vermehrte Schwitzen wirkt dem Fieber entgegen, indem der Körper durch die »Verdunstungskälte« abgekühlt wird. Tees, die fiebersenkend wirken, sind z. B. Weidenrindentee (Salixcortex) und Mädesüßblütentee.