Hörtraining bei Tinnitus

Das Hörtraining nimmt bei Tinnitus einen hohen Stellenwert ein. Es kann dazu beitragen, die tinnitusbedingte Veränderung des Höreindrucks wieder zu normalisieren und trotz Tinnitus normal zu hören. Das Hörtraining ist bei Tinnitus daher häufig ein wichtiger Bestandteil eines Gesamtbehandlungskonzepts, welches daneben noch weitere Therapieelemente enthält. Dabei ist die aktive Mitarbeit des Tinnitusbetroffenen eine wichtige Voraussetzung für einen guten Erfolg des Hörtrainings.

Ein Hörtraining bei Tinnitus ist insbesondere dann sinnvoll, wenn begleitend eine Hörstörung oder eine Hyperakusis vorliegt. Diese Patienten können im Rahmen eines Hörtrainings die Erfahrung machen, dass bei ihnen weniger der Tinnitus im Vordergrund steht, sondern dass das Ohrgeräusch vielmehr eine Begleiterscheinung der Hörstörung oder der Hyperakusis darstellt. In diesem Zusammenhang kann das Hörtraining auch dazu beitragen, die Akzeptanz für therapeutische Maßnahmen wie die Anpassung eines Hörgeräts zu erhöhen. Zudem lassen sich durch ein Hörtraining der Umgang mit dem Hörgerät und der dadurch erzielte Nutzen verbessern.

Durchführung eines Hörtrainings bei Tinnitus

Zu Beginn eines Hörtrainings wird die bei dem einzelnen Tinnituspatienten vorliegende Hörbeeinträchtigung genau erfasst. Dabei können im Rahmen der vor dem eigentlichen Hörtraining stattfindenden Diagnostik unter anderem folgende Hörbeeinträchtigungen zutage treten:

  • Schwierigkeiten, den gewünschten Höreindruck aus mehreren Höreindrücken herauszufiltern, beispielsweise Verfolgen eines Gespräches vor Hintergrundgeräuschen
  • Schwierigkeiten, trotz Tinnitus genussvoll Musik zu hören
  • Dysakusis

Ein im Rahmen des Hörtrainings häufig angewandtes Therapieelement sind Blindführübungen. Dabei verbindet der Therapeut dem Patienten die Augen und führt ihn beispielsweise durch die Natur. Das Hörtraining besteht für den Patienten nun darin, seine Umgebung ohne Sichteindrücke hauptsächlich über die Ohren wahrzunehmen. Weiterhin lässt sich trainieren, erwünschte Höreindrücke von Störgeräuschen zu trennen, die akustische Zuordnung des Gehörten zu verbessern, selektiv bestimmte Dinge zu hören und das Richtungshören zu optimieren.


Quellen:
Hesse, G.: Tinnitus. Thieme, Stuttgart (2008)
Schäfer L-M, Schmidt MDF (2000) Selbsthilfe bei Ohrgeräuschen. Haug, Heidelberg

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