Infusionstherapie bei Tinnitus

Infusionen bei Tinnitus werden in der Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie als erste Behandlungsmaßnahme bei akutem Tinnitus genannt (sogenannte rheologische Infusionsbehandlung). Dabei kommen in erster Linie Plasmaexpander und Vasodilatatoren zum Einsatz. Plasmaexpander steigern die Flüssigkeitsmenge des Blutes, und Vasodilatatoren führen zu einer Erweiterung der Blutgefäße. Beide Maßnahmen haben das Ziel, die Durchblutung des Innenohres zu verbessern. Insgesamt bis zu 10 Tage lang kann diese Infusionstherapie bei Tinnitus durchgeführt werden.

Bei akutem Tinnitus können jedoch auch andere Medikamente in Form von Infusionen verabreicht werden. Die Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie nennt zu diesem Zweck beispielsweise noch lokale Betäubungsmittel. Die Möglichkeit, einen Tinnitus mittels Infusion zu behandeln, besteht allerdings nicht nur bei akuten Beschwerden. Aus der Leitlinie geht hervor, dass die Tinnitustherapie durch Infusion auch bei subakutem Tinnitus zur Anwendung kommen soll.

Durchführung der Infusionstherapie bei Tinnitus

Eine Infusion bei Tinnitus hat zum Ziel, das für den Patienten lästige Ohrgeräusch zu beseitigen oder zumindest deutlich zu lindern. Für diese Tinnitusinfusionen stehen verschiedene Therapieschemata zur Verfügung. Beim sogenannten rheologischen Therapieschema werden täglich 500 Milliliter Kochsalzlösung als Infusion verabreicht. Dieser Flüssigkeit sind 300 Milligramm des Vasodilatators Pentoxifyllin zugesetzt. Diese Infusionsbehandlung des Tinnitus nimmt täglich ungefähr vier Stunden in Anspruch und wird über zehn Tage durchgeführt. Beim Lidocainschema zur Infusionstherapie des Tinnitus wird der Plasmaexpander Hydroxyethylstärke mit dem lokalen Betäubungsmittel Novocain kombiniert. Auch diese Therapie wird über zehn Tage durchgeführt, wobei die tägliche Infusionszeit bei ungefähr vier Stunden liegt. Die verabreichte Menge an Hydroxyethylstärke beträgt dabei kontinuierlich 500 Milliliter, während die Novocainmenge im Laufe der Infusionsbehandlung gesteigert wird.


Quellen:
Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie: Leitlinie Tinnitus. www.phoniatrie-paedaudiologie.com/Informationen/HoersturzTinnitus/assets/AWMFonline-Leitlinie%20HNO-Tinnitus.pdf (Abruf am 09.12.2009)
Reiß, M. (Hrsg.): Facharztwissen HNO-Heilkunde. Springer, Heidelberg (2009)

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