Wie behandelt man ein Knalltrauma

Zur Knalltraumatherapie kommen zunächst sogenannte konservative Behandlungsmöglichkeiten zum Einsatz. Darunter versteht man die nichtoperativen Therapieverfahren. Dazu gehört unter anderem eine Kortisontherapie, die hochdosiert begonnen und dann allmählich reduziert wird. Außerdem werden Medikamente eingesetzt, welche die Fließfähigkeit des Blutes verbessern, was wiederum die Durchblutung des Innenohres fördert. Bei unzureichendem Ansprechen der Medikamente stellt die Verabreichung von Sauerstoff unter Überdruckbedingungen (hyperbare Sauerstofftherapie) eine weitere Maßnahme zur Behandlung des Knalltraumas dar.

Da es sich beim Knalltrauma zwar nicht um einen Notfall, jedoch durchaus um einen Eilfall handelt, sollte die konservative Behandlung so rasch wie möglich begonnen werden. Ein früher Therapiebeginn begünstigt die Rückbildung der Hauptsymptome des Knalltraumas, das heißt des Tinnitus und der Hörminderung. Eine solche Symptomverbesserung ist bei mehr als der Hälfte der Betroffenen innerhalb von Tagen bis Wochen zu beobachten.

Operative Behandlung eines Knalltraumas

Eine operative Knalltraumatherapie ist dann in Erwägung zu ziehen, wenn der Verdacht auf eine Perilymphfistel oder eine Beschädigung eines oder beider Innenohrfenster besteht. Bei einer Perilymphfistel kommt es zu einer krankhaften Verbindung des Perilymphraumes, in den die Sinneszellen des Hörorgans eingebettet sind, mit dem Mittelohr. Diese Verbindung kann durch eine Beschädigung eines oder beider Innenohrfenster entstehen, über die das Innenohr mit dem Mittelohr verbunden ist. Bei einer Perilymphfistel sollte man insbesondere dann an eine operative Behandlung denken, wenn eine ausgeprägte Hörstörung besteht.

Die operative Behandlung bei Knalltrauma besteht in einer sogenannten Tympanotomie. Darunter versteht man eine „Trommelfellaufklappung“ beziehungsweise eine Eröffnung des Mittelohres. Dies ermöglicht unter anderem eine Reparatur von beschädigten Innenohrfenstern. Auch eine Perilymphfistel kann im Rahmen einer Tympanotomie operativ therapiert werden.


Quellen:
Biesinger, E.: Tinnitus – Endlich Ruhe im Ohr. Trias, Stuttgart (2013)
Probst, R./ Grevers, G./ Iro, H. (Hrsg.): Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, 3. Aufl. Thieme, Stuttgart (2008)
Reiß, M. (Hrsg.): Facharztwissen HNO-Heilkunde. Springer, Heidelberg (2009)

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