Wie fühlen sich Patienten mit Tinnitus?

Verschiedene Patienten mit Tinnitus sind in unterschiedlichem Ausmaß durch ihr Ohrgeräusch beeinträchtigt. Einige leiden mehr unter dem Tinnitus als andere, zudem kann sich ein einzelner Patient in Abhängigkeit von wechselnden Lebensumständen in unterschiedlichem Ausmaß durch sein Ohrgeräusch gestört fühlen. Allerdings ist es durch zahlreiche therapeutische Maßnahmen möglich, betroffenen Patienten effektiv zu helfen.

Eine wertvolle Hilfe für Patienten mit Tinnitus stellen zudem Selbsthilfegruppen dar. Im Rahmen dieser Zusammenkünfte können sich die Betroffenen gegenseitig unterstützen, was für viele Patienten bereits eine wichtige Hilfe darstellt, um sich besser zu fühlen.

Unterschiedliche Beeinträchtigung einzelner Tinnituspatienten

Das Ausmaß, in dem Patienten mit Tinnitus unter ihrem Ohrgeräusch leiden, wurde wissenschaftlich unterteilt. Die Unterteilung richtet sich unter anderem danach, wie sich ein Patient mit Tinnitus fühlt:

  • Kompensierter Tinnitus: Hier nimmt der Patient das Ohrgeräusch wahr, kommt jedoch gut damit zurecht. Es besteht nur ein geringer Leidensdruck, der die Lebensqualität nicht stark vermindert.
  • Dekompensierter Tinnitus: Bei diesen Patienten hat das Ohrgeräusch deutliche negative Auswirkungen auf sämtliche Lebensbereiche, darunter Berufstätigkeit, Familienleben und Hobbys. Weiterhin sind Folgeerscheinungen wie Muskelverspannungen, Angstzustände, Schlaf- und Konzentrationsstörungen sowie Depressionen möglich. Das Leiden des Patienten ist beträchtlich und die Lebensqualität stark beeinträchtigt.

Wie ein Patient mit Tinnitus sich fühlt, hängt in hohem Maße von der Belastung durch das Ohrgeräusch ab. Dabei ist zu berücksichtigen, dass dies beim einzelnen Patienten auch von seinen jeweiligen Lebensumständen abhängt und daher variabel ist. Die Belastung eines Patienten durch den Tinnitus wird wissenschaftlich folgendermaßen unterschieden:

  • Grad 1: kompensiertes Ohrgeräusch, keine Beeinträchtigung
  • Grad 2: Wahrnehmung des Tinnitus vornehmlich bei Stille und störende Wirkung bei Stress und Belastungen
  • Grad 3: dauerhafte private und berufliche Beeinträchtigungen, außerdem Störungen im seelischen, geistigen und körperlichen Bereich Grad 4: völlige private Dekompensation


Quellen:
Biesinger, E.: Tinnitus – Endlich Ruhe im Ohr. Trias (2013)
Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie: Leitlinie Tinnitus. www.phoniatrie-paedaudiologie.com/Informationen/HoersturzTinnitus/assets/AWMFonline-Leitlinie%20HNO-Tinnitus.pdf (Abruf am 09.12.2009)
Probst, R., Grevers, G., Iro, H. (Hrsg.): Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, 3. Aufl. Thieme, Stuttgart (2008)
Reiß, M. (Hrsg.): Facharztwissen HNO-Heiklunde. Springer, Heidelberg (2009)

 

 

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