Wie behandelt Dr. Pawel Jastreboff Tinnitus?

Die Therapie nach Jastreboff zur Tinnitusbehandlung, die Tinnitus-Retraining-Therapie, besteht aus einer Geräuschtherapie und einer Beratung des Tinnitusbetroffenen. Diese spezielle Behandlungsform beruht auf dem Krankheitsmodell des Tinnitus nach Jastreboff. Nach diesem Modell ist der Tinnitus durch eine krankhaft gesteigerte Aktivität im Hörsystem des Gehirns bedingt. Dies führt dazu, dass in der Hörrinde des Großhirns ein Geräusch wahrgenommen wird, das keiner äußerlichen Geräuschquelle entstammt. Diese Geräuschwahrnehmung wird zudem durch Gehirnzentren beeinflusst, welche für die Verarbeitung von Aufmerksamkeit und Emotionen zuständig sind. Die Verstärkung des Tinnitus durch negative Assoziationen und Stressreaktionen ist ebenfalls Bestandteil des Krankheitsmodells nach Jastreboff.

Die Wirkung der Tinnitus-Retraining-Therapie nach Jastreboff kann nach dem aktuellen wissenschaftlichen Kenntnisstand noch nicht als gesichert gelten. Allerdings geben ungefähr 80% der über 1000 von Jastreboff behandelten Patienten eine Besserung ihrer Beschwerden an, und diese Behandlung wird weltweit mit gutem Erfolg angewandt. Zudem wird die Tinnitus-Retraining-Therapie in Zusammenhang mit dem Einsatz von Maskern auch in der Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie genannt. An der Organisation und Strukturierung der Tinnitus-Retraining-Therapie nach Jastreboff ist auch die Deutsche Tinnitus-Liga beteiligt.

Durchführung der Tinnitus-Retraining-Therapie nach Jastreboff

Die Tinnitus-Retraining-Therapie nach Jastreboff kann ambulant erfolgen. Dabei werden in der Regel 6 Beratungen in einem Zeitraum von 12 bis 18 Monaten mit der Anwendung eines Rauschgenerators (Masker beziehungsweise Noiser) kombiniert. Auf diese Weise ist durch die Jastreboff-Behandlung eine Gewöhnung an den Tinnitus möglich. Die Wirkung der Tinnitus-Retraining-Therapie nach Jastreboff beruht auf einer Normalisierung der Aktivität in den Hörregionen des Gehirns. Zudem lernt das Gehirn, den Tinnitus nicht mehr mit negativen Assoziationen zu verbinden, sodass die Bedeutung des Ohrgeräusches für den Patienten schwindet.


Quellen:
AOL Deutschland: Tinnitus (Ohrgeräusche) – Retraining-Therapie nach Jastreboff. gesundheit.aol.de/Krankheiten-Lexikon/Tinnitus-Ohrgeraeusche-Retraining-Therapie-Jastreboff-1584837799-6.html (Abruf am 21.10.2010)
Biesinger, E.: Tinnitus – Endlich Ruhe im Ohr. Trias, Stuttgart (2013)
Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie: Leitlinie Tinnitus. www.phoniatrie-paedaudiologie.com/Informationen/HoersturzTinnitus/assets/AWMFonline-Leitlinie%20HNO-Tinnitus.pdf (Abruf am 09.12.2009)
Hesse, G.: Tinnitus. Thieme, Stuttgart (2008)
Reiß, M.: Facharztwissen HNO-Heilkunde. Springer, Heidelberg (2009)

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