Prolaktin – Muttermilch und mehr

Prolaktin ist ein Hormon der Hirnanhangsdrüse. Wie der Name bereits sagt, ist es für das in Gang kommen der Milchsekretion während der Schwangerschaft verantwortlich. Gelegentlich ist es auch außerhalb von Schwangerschaft und Stillzeit erhöht. Das äußert sich dann vor allem in Brustspannen mit gelegentlicher Sekretion aus den Brustwarzen sowie in Zyklusstörungen. In ausgeprägten Fällen kann die Menstruation sogar ganz ausbleiben. Für die Erhöhung des Prolaktinspiegels gibt es unterschiedliche Gründe. Zum einen ist Prolaktin ein »Stresshormon«, das, ähnlich wie das Cortisol, bei starker psychischer Belastung ansteigt. Auch bestimmte Medikamente können zu erhöhten Prolaktinspiegeln führen. In vielen Fällen lässt sich allerdings auch keine Ursache finden. Ist der Prolaktinspiegel allerdings sehr stark erhöht, sollte ein prolaktinproduzierender Tumor des Hypophysenvorderlappens, ein sogenanntes Prolaktinom – ausgeschlossen werden. Dies kommt allerdings eher selten vor.

Weniger selten ist dagegen, dass mäßig erhöhte Prolaktinspiegel negative Auswirkungen auf das komplexe Zusammenspiel der anderen Geschlechtshormone haben. Aus diesem Grunde sollte – sowohl bei einem unerfüllten Kinderwunsch als auch bei der Abklärung von Zyklusstörungen, für die sich anderweitig keine logische Ursache findet – auf die Bestimmung des Prolaktins nicht verzichtet werden. Nicht selten findet sich hier die Ursache der Probleme.