Spiraldynamik® – Hallux rigidus

  • Hallux rigidus ©Spiraldynamik® International AG

    1. Gesunde, gerade Zehen ohne Gelenkverschleiß. 2. Hallux rigidus: Arthrose im Großzehengrundgelenk mit ausgedünntem Gelenkknorpel und typischen Randzacken.

     

 

Steckbrief Hallux rigidus 
Definition: Großzehengrundgelenk durch Arthrose schmerzhaft und unbeweglich 
Medizinisch: Hallux rigidus
Übungen  
Wahrnehmung: Vierpunkte-Stand
Mobilisierung:  Hallux-3D-mobil 
Kräftigung: Wackelbretter 
Koordination:  Nurejew 
Integration: Hallux-3D-stabil
Alltagstipp Entlasten Sie den Großzeh beim Gehen durch steife Sohlen. Barfüßig gehen Sie nur mit kleinen Schritten. Meiden Sie rotes Fleisch und Alkohol.
Sport
Empfehlenswert: Grundsätzlich sind alle Sportarten möglich.
Aufgepasst:  Laufsport, Wandern und Ballsportarten 
Nicht möglich: Klassisches Ballett; Barfuß-Sportarten
Affirmation  Ich erhalte die Beweglichkeit meines Großzehengrundgelenks.

 

Bedeutung

Hallux rigidus bedeutet Einsteifung des Großzehengrundgelenks durch Arthrose

Risikofaktoren

Neben der genetischen spielt die mechanische Überlastung im Kindes- und Jugendalter eine wichtige Rolle. Diese kann repetitiv z. B. durch Ballett oder Ballsportarten erfolgen oder durch unfallähnliche Ereignisse mit Zerrung und Stauchung des Großzehengrundgelenks. Der Gelenkknorpel ist sehr empfindlich und kann solche Traumata schlecht wegstecken. Fehlbelastung und Trainingsmangel sind beim Hallux rigidus weniger von Bedeutung, dafür scheint die Länge der Mittelfußknochen eine Rolle zu spielen, insbesondere ein verkürzter erster Mittelfußknochen soll die Entstehung eines Hallux rigidus begünstigen.  

Diagnose

Klinik: Die Streckung im Großzehengrundgelenk ist vermindert (< 70°).
Röntgenbild: Arthrosezeichen im Großzehengrundgelenk: verschmälerter Gelenkspalt, unebene Gelenkflächen, knöcherne Randzacken
Fußdruckmessung: Die Druckbelastung auf Großzehe und Vorfußaußenseite ist erhöht.
Gang- und Laufanalyse: Abrollen über die Vorfußaußenseite statt über die Großzehe

Die Diagnose des Hallux rigidus ist eine klinische Diagnose. Schmerz beim Abrollen, gut sichtbare Gelenkverdickung und vermindertes maximales Streckvermögen sind die Leitsymptome. Für ein normales Abrollen werden 70° Streckung benötigt. Wenn Sie beide Zehen mit den Fingern ergreifen und hochziehen, können Sie den Streckvermögen und die Links-rechts- Symmetrie in etwa abschätzen.  

Verlauf

Ein Hallux rigidus muss nicht schmerzhaft sein. Typischerweise wechseln sich gute und schlechte Phasen ab. Schmerzen bereitet meist eine aufflammende Entzündung im Großzehengrundgelenk, die durch Überlastung ausgelöst wird. Das Gelenk ist überfordert und schmerzt. Eine wichtige Rolle spielt zudem der Stoffwechsel: Eine kohlenhydratreiche Ernährung mit viel Müsli, Brot und Pasta begünstigt die entzündliche Aktivierung der Arthrose. Im Verlauf der Jahre und Jahrzehnte steift das Gelenk immer mehr ein und wird dicker.  

Übungstherapie

Die funktionelle Therapie kann den degenerativen Gelenkprozess bestenfalls stabilisieren und die vorhandene Beweglichkeit erhalten oder leicht verbessern. Die Arthrose kann nicht rückgängig gemacht werden. Von zentraler Bedeutung sind beim Hallux rigidus die richtige Versorgung mit Schuhen und Einlagen. Ist das Gelenk entzündet, sollte es ruhiggestellt und entlastet werden.   Medikamentöse Therapie Klassische Schmerz- und Entzündungshemmer wie Voltaren oder Ibuprofen zeigen eine gute Wirkung wie auch Heilerde, Kräuterwickel oder Pflanzenextrakt.  

Schuhe

Die wirksamste Hilfe kommt von Schuhen mit steifer Sohle. Steif, nicht hart. Steif bedeutet „nicht oder schwer biegsam“. Umgekehrt sind Barfußschuhe und Five-Fingers Gift beim Hallux rigidus. Ob Absätze getragen werden können oder nicht, hängt vom Streckvermögen des Großzehengrundgelenks ab, dieses muss vom Fachmann exakt ausgemessen werden.  

Einlagen

Es gibt diverse Einlagen, die ein ähnliches Ziel wie die Schuhe mit steifer Sohle verfolgen. Hauptsache, das Gelenk wird entlastet.

Quelle