Spiraldynamik® - Skoliose

Die Wirbelsäule verläuft nicht kerzengerade durch unseren Körper, sie folgt einer leichten S-Form. Wenn Sie sich seitlich im Spiegel betrachten, sehen Sie diese S-Form: in der Lendenwirbelsäule ein „sanfter Schwung nach vorne“ und in der Brustwirbelsäule ein „sanfter Schwung nach hinten“. Von hinten betrachtet ist die Wirbelsäule kerzengerade. Nicht so bei der Skoliose! Hier macht die Wirbelsäule von hinten betrachtet einen „Schwung nach rechts und nach links“.

Was ist Skoliose?

Betrachten wir den Rücken, so läuft das Rückgrat exakt in der Mittellinie vom Hinterhaupt nach unten zum Steiß. Mit dem bloßen Auge gut erkennbar ist eine Reihe kleiner Erhöhungen, die einzelnen Wirbelkörper sind wie eine Perlenkette schön untereinander gereiht. Bei der Skoliose verläuft diese Reihe nicht senkrecht, sondern macht eine Biegung, eine Auslenkung nach rechts und nach links. In der medizinischen Fachsprache wird dieses Phänomen als Skoliose bezeichnet.

Stellen Sie sich die Wirbelkörper als kleine Bauklötzchen vor und die Wirbelsäule als einen gerade gebauten Turm aus Bauklötzchen. Bei der Skoliose stehen diese Bauklötzchen nicht mehr übereinander, vielmehr sind sie seitlich versetzt und in sich verdreht und damit streng genommen gar nicht mehr „übereinander“. Genau dies geschieht mit den Wirbelkörpern bei einer Skoliose: Aufgrund veränderter Druck- und Zugwirkungen der Muskulatur verdrehen sie sich. Die einzelnen Wirbelkörper werden asymmetrisch geformt und nehmen zum Teil eine Keilform an.

Auf diese Weise entsteht ein seitlicher Bogen in der Wirbelsäule. Um wieder ins Lot zu finden, macht die Wirbelsäule einen zusätzlichen Gegenschwung zur anderen Seite. Deshalb verläuft die Wirbelsäule bei einer Skoliose einmal nach rechts und einmal nach links, um so die Gesamtstatik der Wirbelsäule wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Wie intelligent die Wirbelsäule sich verhält!

Es dreht und wölbt sich

Bei einer Skoliose können Sie durch Muskelkraft die Wirbelsäule nicht mehr ganz gerade strecken. Der seitliche Bogen und die Verdrehung in sich führen zu einem Verlust an Aufrichtung. Genau dort, wo sie zur Seite biegt, ist sie weniger beweglich. Weil sich die einzelnen Wirbelkörper zur Bogeninnenseite drehen, stehen die Rippen an der Bogenaußenseite weiter nach hinten heraus und bilden dort eine Vorwölbung. Eine hohe Seitabweichung geht meist mit einer größeren Verdrehung der Wirbelkörper einher. Das Ausmaß der Verdrehung bestimmt also die Höhe der Rippenvorwölbung.

Die Lendenwirbelsäule weicht in die Gegenrichtung aus, so entsteht von hinten betrachtet die seitliche S-Form. Auch die Lendenwirbel drehen zusätzlich zur Bogenaußenseite. Der an der Bogenaußenseite liegende Muskel tritt dadurch weiter nach hinten hervor und zeigt sich in einer Vorwölbung im Lendenbereich.

Bei den meisten Skoliosepatienten befindet sich der Hauptbogen in der Brustwirbelsäule und weist nach rechts. Die rechte Brustkorbhälfte steht weiter zur rechten Seite heraus und ist nach hinten gedreht. Manchmal ist die linke Brustkorbhälfte eingesunken, was Sie an einer tieferstehenden Schulter auf der linken Seite erkennen. Die rechte Schulter dreht und kippt nach vorne. Wenn Sie sich nach vorne beugen, wölben sich am Rücken der rechte Rippenbereich und der linke Lendenbereich vor. Weist der Hauptbogen zur linken Seite, zeigt sich das Bild spiegelverkehrt. Nicht immer finden sich alle diese Skoliosezeichen. Wie und wo sich die Skoliose äußert, hängt vom Ausmaß und der Art der Skoliose ab.

 

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