Stellenwert der Iontophorese bei Tinnitus

Die Iontophorese ist ein spezielles therapeutisches Verfahren, das auch bei Tinnitus zum Einsatz kommt. Bei der Iontophorese wird die Verabreichung von Arzneimitteln mit der Anwendung von Strom kombiniert. Dass die Abläufe im Innenohr und in den informationsweiterleitenden Nervenfasern auf elektrischen Abläufen beruhen, ist die Basis für die Anwendung der Iontophorese bei Tinnitus.

Bei der Durchführung der Iontophorese bei Tinnituspatienten geht man davon aus, dass die in Salbenform auf die Haut des Gehörgangs aufgetragenen Medikamente durch die Wirkung des elektrischen Gleichstroms bis in das Innenohr gelangen. Dort sollen sie ihren therapeutischen Effekt entfalten. Allerdings ist der Einsatz der Iontophorese bei Tinnitus nicht durch wissenschaftliche Studien abgesichert.

Durchführung der Iontophorese bei Tinnitus

Zur Durchführung der Iontophorese bei Tinnitus wird eine Salbe mit einem darin enthaltenen Wirkstoff auf die Haut des Gehörgangs aufgetragen. Meist handelt es sich bei dem Wirkstoff um ein lokales Betäubungsmittel wie beispielsweise Lidocain (ein anderer Vertreter der lokalen Betäubungsmittel, der bei Tinnitus zum Einsatz kommt, ist Procain. Nach Auftragen der Salbe wird der Gleichstrom auf die Haut übertragen. Dabei steigert man die für die Iontophorese notwendige Stromstärke allmählich von Null bis auf den angestrebten Höchstwert von ungefähr 10 bis 30 Milli-Ampère. Zum Abschluss der Iontophorese nimmt die Stromstärke allmählich wieder ab. Die maximale Stromspannung beträgt circa 60 Volt. Die therapeutische Vorstellung zur Wirksamkeit der Iontophorese besteht darin, dass die im Gehörgang aufgetragenen Medikamente unter Mithilfe des Gleichstroms durch das Trommelfell in das Mittelohr gelangen und von dort in das Innenohr, wo sie ihre Wirksamkeit entfalten. Allerdings gehen Experten davon aus, dass es nicht möglich ist, Medikamente mittels Iontophorese schneller oder besser in das Innenohr zu transportieren als über den Blutweg, beispielsweise in Form von Infusionen.


Quellen:
Biesinger, E.: Tinnitus – Endlich Ruhe im Ohr. Trias (2013)
Hesse, G.: Tinnitus. Thieme (2008)

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