Wann ist ein Tinnitus akut?

Ein akuter Tinnitus besteht dann, wenn die Beschwerden noch nicht länger als drei Monate bestehen. Im Gegensatz dazu spricht man bei einer Beschwerdedauer von vier bis zwölf Monaten von einem subakuten Tinnitus. Leidet ein Betroffener schon länger als ein Jahr unter Ohrgeräuschen, wird dies als chronischer Tinnitus bezeichnet. Diese Unterscheidung ist unter anderem für die Therapieplanung von Bedeutung, da die infrage kommenden Behandlungsmöglichkeiten an der Dauer der Beschwerden ausgerichtet sind. Auch für die Erfolgsaussichten der geplanten Behandlung ist diese Definition relevant: Die beste Prognose besteht bei akutem Tinnitus.

Ergänzende Möglichkeiten der Unterteilung des akuten Tinnitus umfassen folgende Aspekte:

  • objektiver (vom Untersucher nachvollziehbarer) oder subjektiver (nur vom Patienten wahrnehmbarer) akuter Tinnitus
  • Ort der Entstehung (äußeres Ohr, Mittelohr, Innenohr, Hörnerv, Hörzentrum des Gehirns)
  • Qualität (beispielsweise Pfeifen, Rauschen oder Sägen)
  • Bestehen einer sogenannten Sekundärsymptomatik (kompensierter oder dekompensierter Tinnitus)
  • Schweregrad  

Verlauf des akuten Tinnitus

Der Verlauf des akuten Tinnitus ist im Allgemeinen günstig: Bei vielen Menschen mit plötzlich aufgetretenen Ohrgeräuschen verschwinden diese innerhalb von 24 bis 48 Stunden spontan, ohne dass eine Behandlung erforderlich wäre. Nach Ablauf dieser Zeitspanne sollte jedoch ein Hals-Nasen-Ohren-Arzt aufgesucht werden, der den akuten Tinnitus meist erfolgreich behandeln kann. Ein Arztbesuch ist insbesondere dann anzuraten, wenn zusätzlich zu den Ohrgeräuschen eine Schwerhörigkeit vorliegt.

Auch wenn ein akuter Tinnitus bei einem Betroffenen wiederholt auftritt, besteht zunächst kein Therapiebedarf. Dies gilt jedoch nur dann, wenn keine begleitende Hörstörung vorliegt und wenn das Ohrgeräusch nach einigen Stunden von selbst wieder abklingt.

Positiv hervorzuheben ist, dass es sich bei Patienten mit akutem Tinnitus meist um ein kompensiertes Krankheitsbild handelt. Das bedeutet, dass die meisten Betroffenen keinen ausgeprägten Leidensdruck empfinden.

Quellen:
Biesinger, E.: Tinnitus – Endlich Ruhe im Ohr. Trias (2013)
Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie: Leitlinie Tinnitus. www.phoniatrie-paedaudiologie.com/Informationen/HoersturzTinnitus/assets/AWMFonline-Leitlinie%20HNO-Tinnitus.pdf (Abruf am 09.12.2009)
Hesse, G.: Tinnitus. Thieme, Stuttgart (2008)
Probst, R., Grevers, G., Iro, H. (Hrsg.): Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, 3. Aufl. Thieme, Stuttgart (2008)
Reiß, M. (Hrsg.): Facharztwissen HNO-Heilkunde. Springer, Heidelberg (2009)

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