Tinnitus und Depression

Die Depression ist eine der häufigsten Komorbiditäten (Folgeerkrankung einer Grunderkrankung bzw. zusätzlich zur Grunderkrankung auftretende Erkrankung) bei Tinnitus. Beide Krankheitsbilder können sich gegenseitig verursachen und nähren. Aber wie hoch ist die Gefahr, zusätzlich zu einem Tinnitus an einer Depression zu erkranken?

Tinnitus und Depression stehen vor allem bei Patienten mit dekompensierten Ohrgeräuschen eng miteinander in Verbindung. Oft fühlen sich diese Patienten dem Tinnitus ausgeliefert und sehen keinen Ausweg mehr. Das kann zu einer Depression führen. Umgekehrt kann sich jedoch auch bei einer vorhandenen Depression ein Tinnitus herausbilden. Das geschieht, ohne dass es zu einer Hörveränderung kommen muss. In diesem Fall sollte die Depression und nicht ein vermeintlicher Tinnitus behandelt werden.

Bei Menschen mit Depressionen wird der Tinnitus meist klagend und vorwurfsvoll gegen sich selbst verwandt. Dies ist oft gepaart mit der Befürchtung, verlassen zu werden oder nicht gut genug zu sein. Die Grundstruktur der Depression bringt es mit sich, dass die Betroffenen antriebslos sind und wenig aktiv zur Bewältigung beitragen können.

Hinweise für eine Depression bei Tinnitus

Sollte die Vermutung bestehen, dass zusätzlich zum Tinnitus eine Depression vorliegt, ist es hilfreich zu überprüfen, ob folgende Beschwerden zutreffend sind:

  • negative Grundstimmung
  • mangelnder Appetit
  • fehlendes Interesse
  • Freudlosigkeit
  • berufliche und private Antriebslosigkeit
  • mangelnde Konzentrationsfähigkeit
  • fehlendes Selbstbewusstsein
  • Schlafstörungen

Kurieren lässt sich eine an den Tinnitus gekoppelte Depression heutzutage recht gut. Zusätzlich zur medikamentösen Behandlung stehen psychotherapeutische Therapien zur Verfügung, die dem Patienten helfen, die Depression zu überwinden und neuen Antrieb und Lebensmut zu finden. Ein ganzheitlicher Ansatz zur gleichzeitigen Behandlung des Tinnitus und der Depression kann eine Tinnitus Retraining Therapie sein, die versucht mit psychotherapeutischen Verfahren und bewährten Entspannungsmethoden die Stimmung des Patienten aufzufangen und mit Hörgeräten den Tinnitus erträglicher zu machen.


Quellen:
Biesinger, E.: Tinnitus – Endlich Ruhe im Ohr. Trias (2013)
Hesse, G.: Tinnitus. Thieme (2008)

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