Was versteht man unter Hörstörungen?

Mit Hörstörungen sind die verschiedenen Formen der Schwerhörigkeit gemeint. Dabei wird zunächst eine Schallleitungsschwerhörigkeit von einer Schallempfindungsschwerhörigkeit unterschieden. Bei einer Hörstörung mit Schallleitungsschwerhörigkeit ist die Weiterleitung des Schalls im Bereich des Ohres beeinträchtigt. Bei einer Schallempfindungsschwerhörigkeit hingegen ist die Empfindung des Schalls als Höreindruck gestört, was seine Ursache im Hörorgan des Innenohres, im Hörnerv oder in den Hörregionen des Gehirns hat. Unabhängig von der Ursache nimmt der Patient die Schwerhörigkeit als Hörstörung wahr.

Hörstörungen lassen sich begrifflich allerdings noch weiter unterteilen:

  • Innenohrschwerhörigkeit (mit der Schallempfindungsschwerhörigkeit gleichzusetzen), die folgendermaßen weiter unterschieden wird:
  1. periphere Hörstörung, die auf einer Störung des im Innenohr gelegenen Hörorgans beruht
  2. zentrale Hörstörung, die auf eine Beeinträchtigung im Bereich der Hörregionen des Gehirns zurückzuführen ist
  • kochleare Hörstörung aufgrund einer Funktionsstörung der Sinneszellen des Hörorgans („Schnecke“ beziehungsweise Kochlea)
  • labyrinthäre oder retrokochleare Hörstörung, die auf einer Funktionsstörung des Hörnervs oder auf einer Beeinträchtigung der Hörregionen des Gehirns beruht  

Bedeutung von Hörstörungen

Von einer Hörstörung sind weltweit ungefähr 250 Millionen Menschen betroffen, was die Bedeutung dieser Beeinträchtigung unterstreicht. In Deutschland leiden circa 14 Millionen Menschen unter Hörstörungen, was einen Anteil von etwa 20% der Bevölkerung ausmacht. Bei den meisten Betroffenen liegt der Schwerhörigkeit eine Funktionsstörung des Innenohres zugrunde.

Für Patienten mit Hörstörungen ergeben sich im Alltag vielfältige Probleme. So ist das Spektrum der Töne, die für die Betroffenen wahrnehmbar sind, unter Umständen deutlich eingeschränkt. Außerdem ist das Sprachverständnis beeinträchtigt, insbesondere bei Hintergrundlärm. Dies kann die Kommunikationsfähigkeit erheblich mindern, was für die Betroffenen in vielen Fällen eine ausgeprägte Belastung darstellt. Mögliche Folgen der Hörstörung sind dann sozialer Rückzug, Isolation, Einsamkeit, Schlafstörungen und Depressionen sowie bei Kindern Sprachentwicklungsschwierigkeiten. Zudem leiden viele Patienten mit Hörstörungen unter einem Tinnitus.


Quellen:
Hoffmann-La Roche AG: Roche Lexikon Medizin, 5. Aufl. Urban & Fischer, München (2003)
Reiß, M. (Hrsg.): Facharztwissen HNO-Heilkunde. Springer, Heidelberg (2009)

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