Yin und Yang

Die wesentliche philosophische Grundlage der Chinesischen Medizin bildet das Yin-und-Yang-Konzept. Die Monade (lateinisch monas vom griechischen monás = Einheit, das Einfache) symbolisiert die unteilbare Einheit der zwei Gegensatzpaare Yin und Yang, das heißt: Sie symbolisiert die ganzheitliche Harmonie der Gegensätze. Das Yin-und-Yang-Konzept basiert auf einem dualistischen Ordnungsprinzip, mittels dessen sich gegenseitig jeweils ausschließende Gegebenheiten oder Zustände einander zugeordnet werden. So stehen Yin und Yang beispielsweise für Nacht und Tag, Mond und Sonne, Erde und Himmel, dunkel und hell, kalt und warm, Materie und Energie, Ruhe und Aktivität. Das Wesentliche dieses Ordnungsprinzips ist eine völlig wertfreie Betrachtung der jeweils gegensätzlichen Gegebenheiten bzw. Zustände.

Entsprechend werden die Yin-und-Yang-Aspekte in der Chinesischen Medizin nie mit moralischen Werten, sprich „gut“ und „böse“, in Verbindung gebracht, vielmehr werden sie als sich gegenseitig bedingende Teile einer Einheit gesehen.

Verdeutlichen kann man das sehr gut an dem Gegensatzpaar „Tag und Nacht“. Mit Tag assoziieren wir Sonne, Wärme, Dynamik, mit Nacht hingegen Dunkelheit, Kälte, Ruhe. Wenn es die Nacht jedoch in dieser Form nicht gäbe, wenn die Sonne also 24 Stunden scheinen würde, hätte auch der Begriff „Tag“ für uns eine völlig andere Bedeutung. Denn natürlich ist unsere Vorstellung von „Tag“ ganz selbstverständlich und unabdingbar an das Vorhandensein der Nacht, das heißt des Dunkelwerdens, gekoppelt. Auf der einen Seite sind Tag und Nacht also so unterschiedlich, dass sie sich gegenseitig ausschließen, auf der anderen Seite bedingen sie sich aber gegenseitig und sind ohne einander nicht vorstellbar. Ein weiteres Gegensatzpaar ist „Freude und Trauer“. Freude zu genießen bzw. uns von Herzen freuen zu können, ist uns nur möglich, weil wir auch die wichtige Erfahrung der Trauer haben. Wer die Erfahrung der Trauer nicht hat, für den wird die Freude zu einer langweiligen „Angelegenheit“.

Das Yin-und-Yang-Konzept ist grundlegend für die Traditionelle Chinesische Medizin und ihre Betrachtungsweise von Krankheit und Gesundheit. Gesundheit bedeutet in der Chinesischen Medizin, dass Yin und Yang im Gleichgewicht sind. Krankheit bedeutet Verschiebung dieses Gleichgewichts, und zwar entweder Verschiebung zu mehr Yang oder Verschiebung zu mehr Yin. Bei einer Verschiebung zu mehr Yang sprechen wir von einer Yang-Fülle, bei einer Verschiebung zu mehr Yin von einer Yin-Fülle. Neben diesen Fülle-Zuständen kennen wir in der Chinesischen Medizin aber auch Leere-Zustände. Bei einem Leere-Zustand hat der Patient einen Großteil seiner Energie bereits verloren. Er ist zum Beispiel durch eine chronische Krankheit erschöpft, müde, antriebsgehemmt. Auch im Rahmen solcher Leere-Zustände kann es dann zum relativen Überwiegen des Yang-Aspekts kommen bzw. umgekehrt natürlich auch zum relativen Überwiegen des Yin-Aspekts. Wir sprechen dann von relativer Yang-Fülle bzw. von relativer Yin-Fülle.  

Quelle

Aku-Taping
Hans Ulrich Hecker, Kay LiebchenAku-Taping

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