Unsere Zähne

Basiswissen, Forschung und Diagnose

Ein Zahn besteht im Wesentlichen aus zwei Teilen. Der sichtbare Teil des Zahns im Mund ist die Zahnkrone. Der zweite Teil, die Zahnwurzel, steckt im Kieferknochen. Von außen nach innen besteht ein Zahn aus drei Schichten:

  • Zahnschmelz,
  • Zahnbein (auch Dentin genannt),
  • Zahnmark (oder Pulpa).

Der Zahnschmelz ist der härteste Teil des menschlichen Körpers. Er hat ein säurefestes Schmelzoberhäutchen. Wenn die Schmelzschicht verletzt ist – etwa durch Karies oder Beschleifen –, kann sie sich eventuell noch härten. Dennoch heilt sie nicht ganz aus. Sie ist nicht mehr regenerierbar, kann sich nicht vollständig erneuern.

Die unter dem Schmelz liegende Schicht ist das Dentin oder Zahnbein. Dentin ist dem Knochen ähnlich und kann bei einer nicht zu tiefen Wunde von innen das so genannte Sekundärdentin bilden, das ungewöhnlich hart ist.

Die innere Schicht des Zahns ist das Zahnmark, die Pulpa. Sie enthält den Pulpenkanal, der mit seinem Nerv und mit seinen Blutgefäßen mit dem Kieferknochen und so mit dem gesamten Körper verbunden ist. Das Innerste des Zahns enthält dasselbe Gewebe wie andere Organe.

Aus der Geschichte der Herdforschung

Der Arzt Dr. Reinhold Voll und eine Gruppe von Wissenschaftlern traten 1958 erstmals mit ihren Erkenntnissen zum Thema Herdforschung an die Öffentlichkeit. Voll und seine Mitarbeiter entwickelten ein Diagnoseschema, das den Zusammenhang zwischen Zähnen und einzelnen Körperorganen zeigt. Das Team war eines der ersten, die diese Zusammenhänge erkannt und untersucht haben. Man begann unter anderem damit,die Zähne der Patienten in Krankenhäusern anzusehen. So entdeckte Voll bei vielen Patienten mit Oberschenkelhalsbruch,dass sie noch den –auf derselben Körperseite befindlichen– unteren Eckzahn hatten, der in der Regel tot war.

Jeder Zahnarzt lässt diesen Zahn gern stehen, weil sich an ihm früher oder später die untere Prothese befestigen lässt. Der Zahn heißt unter Ärzten spaßhaft auch »Kuchenzahn«, weil sich damit, selbst wenn alle anderen Zähne fehlen, zumindest noch Kuchen essen lässt. Dieser tote Eckzahn kann aber Mitursache für einen Oberschenkelhalsbruch sein!

Beziehungen Zahn –Krankheit/Organ?

Die Frage »Gibt es eine eindeutige Beziehung zwischen jedem Zahn und einer bestimmten Krankheit bzw. einem bestimmten Organ?« ist mit nein zu beantworten. In der modernen Herdforschung gilt der vereiterte Zahn als lokaler Herd nicht mehr als einzige Ursache für das Herdgeschehen; er kann aber der Auslöser einer Herderkrankung sein. Ein toter seitlicher Schneidezahn kann z. B. Rückenschmerzen auslösen, Blasenstörungen, Unterleibsstörungen und Prostataleiden. Diese Krankheitsbilder können außerdem durch andere beherdete Zähne beeinflusst werden, z. B. durch das Weisheitszahngebiet oder den 4er.

Andererseits wirken sich auch körperliche Erkrankungen auf die Zahngesundheit aus. Der Körper ist sozusagen »bipolar« angelegt. Eine Störung in einem Organ kann sich auch in einer Störung in seinem Gegenspieler bemerkbar machen. In diesem Fall ist zu überprüfen, ob der Zahn tatsächlich der Störherd für eine Erkrankung ist. Blase und seitlicher Schneidezahn sind solche Gegenspieler. Falls dieser seitliche Schneidezahn tot ist, ist bei einer Blasenentzündung eine Störwirkung nicht auszuschließen. Andere Ursachen sind jedoch möglich, ebenso wie andere Zahnstörherde.

Grundsätzlich muss festgehalten werden, dass eine körperliche Erkrankung nicht unbedingt mit einem Zahnstörherd einhergehen muss.

Je nach Krankheitsbild ergeben sich unterschiedliche Aussagen. Bei lang anhaltender Dickdarmerkrankung ist mit hoher Wahrscheinlichkeit auch der untere Backenzahn (36, 46) krank. Bei der Extraktion findet man Dickdarmbakterien im Zahn oder in der Restostitis! Wie diese Darmbakterien dorthin gelangen, lässt sich nicht genau sagen. Der Zahn allein ist nie schuld. Der Zahn ist Teil des Körpers. Ist der Zahn krank, so ist dies eine Krankheit des Körpers. Und in manchen Fällen kann es helfen, den Zahn zu behandeln bzw. zu extrahieren, um die körperliche Erkrankung zu beheben.Wenn jedoch ein Zahnherd Ursache für eine Erkrankung war, z. B. bei jahrelanger Störung des Dickdarms durch den unteren 6er, so kann man nicht erwarten,dass mit der Herdbehandlung auch die Erkrankung verschwindet. Die durch den Störherd verursachte Erkrankung ist in solchen Fällen selbst chronisch geworden.

Quelle

Zähne gut - alles gut
Hauke Heinzel, Ulrich Volz, Reinhold StecherZähne gut - alles gut

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