Integriertes Risiko- und Qualitätsmanagement

In vielen Kliniken wird, wenn überhaupt vorhanden, das Risikomanagement in der Regel getrennt vom Qualitätsmanagement behandelt. Was kann ein umfassendes System leisten?

  • Risikomanagement

    Hygiene ist im Risikomanagement wie auch im Qualitätsmanagement ein zentrales Ziel.

     

Beitrag von K. Zenk, D. Kluess, M. Ebner, B. Irmscher, R. Bader, W. Mittelmeier

Veröffentlicht in: Gesundheitsökonomie &  Qualitätsmanagement 2011; 16(6): 335-340; DOI: 10.1055/s-0031-1273340

Deutsche Krankenhäuser unterliegen einem immer größer werdenden ökonomischen Druck und steigenden Qualitätsansprüchen seitens der Interessengruppen (Patienten, Angehörige, zuweisende Ärzte, Mitarbeiter, Kostenträger, Politik und Gesellschaft). Die Veränderung der Vergütungsform von Krankenhausleistungen bis hin zur Abrechnung nach diagnosebezogenen Fallpauschalen (DRG = Diagnosis Related Groups) zwangen Krankenhäuser zum Umdenken und zur neuen strategischen Ausrichtung.

Der entstandene Kostendruck führte zur Optimierung der Behandlungsprozesse, um die Verweildauer der Patienten in der Klinik und somit die Kosten verringern zu können. Gleichzeitig kann ein zunehmender Zeitdruck die Ursache eventueller Behandlungsfehler sein [1]. Gleichwohl wird neben der Prozessoptimierung jährlich eine Steigerung der erbrachten Leistungen erwartet.

Die Interessengruppen fordern zudem einheitliche Standards sowie transparente Verfahren in der medizinischen Versorgung und Pflege. Weiterhin verpflichtet der Gesetzgeber Krankenhäuser zur Einführung und Weiterentwicklung eines einrichtungsinternen Qualitätsmanagements [2].

Diese Entwicklung erfordert eine umfassende Orientierung an den Kunden und an Qualitätsmaßstäben. Dabei sind Struktur-, Prozess- und Ergebnisqualität die entscheidenden Erfolgskriterien. Neben einem funktionierenden Qualitätsmanagement ist die Implementierung eines Risikomanagements von erheblicher Bedeutung, um wettbewerbsfähig zu bleiben und Patienten zu gewinnen.

Durch die Einführung eines Qualitätsmanagements sowie Risikomanagements können beide Ziele, patientenorientierte Leistungssteigerung und Kostensenkung [3], erreicht und die Prozessabläufe wie auch die erbrachten Leistungen transparent dargestellt werden. Im Vergleich zum Qualitätsmanagement ist der Begriff des Risikomanagements im Krankenhaus noch relativ neu. Allerdings sind die Anforderungen an ein klinisches Risikomanagement und dementsprechend dessen Bedeutung in den letzten Jahren stark gestiegen.

Gegenwärtig wird in den meisten Krankenhäusern, vorausgesetzt diese betreiben ein Risikomanagement, dieses getrennt vom Qualitätsmanagement geführt [4].

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Literatur:

  1. Reason J. The organizational accident. New York: Ashgate; 1997
  2. Bundesjustizministerium. Deutsches Sozialgesetzbuch Fünftes Buch (SGB V) - gesetzliche Krankenversicherung (Artikel 1 des Gesetzes vom 20. Dezember 1988, BGBl. I S.2477), das zuletzt durch Artikel 2 des Gesetzes von 22. Dezember 2010 (BGBl. I S.2309) geändert worden ist, § 137. 
  3. Runciman W B, Moller J. Iatrogenic Injury in Australia. A report prepared by the Australian Patient Safety Foundation for the National Health Priorities and Quality Branch of the Department of Health and Aged Care of the Commonwealth Government of Australia. Adelaide, South Australia: Australian Patient Safety Foundation; 2001
  4. Runciman W B, Williamson J A, Deakin A et al. An integrated framework for safety, quality and risk management: an information and incident management system based on a universal patient safety classification. Qual Saf Helath Care 2006; 15: i82-i90  

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