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    Die meisten Behandlungsfehler passieren bei Operationen

     

Behandlungsfehler: Jeder dritte Verdacht erweist sich als richtig

2012 wurden knapp 12.500 Gutachten bei vermuteten Behandlungsfehlern durchgeführt. Dabei hat sich fast jeder dritte Verdacht als richtig erwiesen. Die meisten Behandlungsfehler passieren bei Operationen.

Diese Zahlen wurden nun vom Medizinischen Dienst der Krankenkassen (MDK) vorgestellt. 2012 haben die MDK-Gutachter 12.483 vermutete Behandlungsfehler untersucht. Dabei betrafen 8.607 der vorgeworfenen Fehler Kliniken und 3.872 Vorwürfe niedergelassene Ärzte.

Insbesondere die Orthopädie/Unfallchirurgie, Allgemeinchirurgie, Zahnmedizin, Innere Medizin und Gynäkologie sind betroffen. Die meisten Vorwürfe wurden im Zusammenhang mit Operationen erhoben.

Die Leitende Ärztin Sozialmedizin vom MDK Bayern, Prof. Dr. Astrid Zobel, weist aber darauf hin, dass eine hohe Zahl von Vorwürfen nicht mit einer hohen Zahl tatsächlicher Fehler gleichzusetzen sei. Gemessen an der Zahl der Vorwürfe bestätigen sich laut Zobel die meisten Fehler in der Pflege, in der Zahnmedizin und in der Gynäkologie.

Keine mangelhafte Behandlungsqualität

Zobel sieht bei den bestätigten Behandlungsfehlern jedoch keinen Zusammenhang mit der Behandlungsqualität in Deutschland. Daher mahnt sie bei der Interpretation der Zahlen zur Zurückhaltung: „Wir können Fehlerhäufungen in bestimmten Fachgebieten erkennen. Dies erlaubt aber keinen Rückschluss auf die Behandlungsqualität insgesamt, da weder die Gesamtzahl der Behandlungen noch die Zahl aller Behandlungsfehler bekannt sind.“

Laut MDK-Statistik traten die meisten Fehler bei der Wurzelbehandlung der Zähne auf, gefolgt vom Hüft- und Kniegelenksersatz. Insgesamt bestätigten die MDK-Gutachter 31,5 % der vorgeworfenen Behandlungsfehler als rechtmäßig.

Zur vollständigen MDK-Pressemitteilung 

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