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    Gesunde Ernährung kann das Risiko einer Typ-2-Diabetes nach Gestationsdiabetes senken

     

Gesunde Ernährung senkt Risiko für spätere Erkrankung an Typ-2-Diabetes

Hintergrund: Frauen, die während der Schwangerschaft eine Glukoseintoleranz (GDM) entwickeln, tragen ein 7-mal höheres Risiko an Typ-2-Diabetes zu erkranken als Frauen ohne GDM. D. Tobias et al. untersuchten, ob für diese Risikopatientinnen gilt, was für die Allgemeinbevölkerung nachgewiesen wurde: dass gesunde Ernährungsmuster das Risiko senken, an Typ-2-Diabetes zu erkranken. Arch Intern Med 2012; 172: 1566–1572

Methoden: Die Studienpopulation bestand aus 4413 Teilnehmerinnen der „Nurses Health Study II“, die zwischen 1991 und 2001 in einem der 2-jährlich versandten Fragebögen die Diagnose Gestationsdiabetes angegeben hatten. Die Frauen füllten ab 1991 alle 4 Jahre einen semiquantitativen Ernährungsfragebogen aus. Für jede der Patientinnen ermittelten die Forscher nach der 1. GDM-Schwangerschaft aus den Ernährungsfragebögen Scores, die das Einhalten 3 verschiedener gesunder Ernährungsmuster abbildeten. Dies waren die alternative mediterrane Diät (aMeD), die „Dietary Approaches to Stop Hypertension“ (DASH) und der alternative „Healthy Eating Index“ (aHEI). Die Forscher verglichen Teilnehmerinnen, die sich am stärksten (4. Quartil) an eine der 3 Ernährungsformen hielten mit jenen, die sich am wenigsten daran hielten (1. Quartil).

Ergebnisse: Im Verlauf von 52 743 Personenjahren verzeichneten die Forscher 491 Fälle von inzidentem Typ-2-Diabetes (T2D). Es zeigte sich, dass alle 3 gesunden Ernährungsformen invers mit dem Risiko für Typ-2-Diabetes assoziiert waren, und zwar auch nach Korrektur um z. B. Alter, Gesamtkalorienaufnahme, Alter zum Zeitpunkt der 1. Geburt, Parität, Tabakkonsum und Vorliegen eines Diabetes bei den Eltern. Durch Einhalten der alternativen mediterranen Diät senkten die Frauen ihr T2D-Risiko um 40 %, durch Einhalten der DASH bzw. des aHEI um 46 bzw. 57 %. Der BMI schwächte diese Assoziationen zwischen T2D-Risiko und aMED, DASH und aHEI um 41, 39 bzw. 50 % ab. Eine detaillierte Untersuchung zeigte, welche Einzelkomponenten der Ernährungsformen invers mit dem T2D-Erkrankungsrisiko assoziiert waren: Aus der alternativen mediterranen Diät wirkten sich der Verzehr von Gemüse, Fisch und Meeresfrüchten sowie ein moderater Alkoholkonsum günstig aus. Im antihypertensiv wirksamen Ernährungsmuster war Gemüseverzehr, geringerer Konsum von rotem und verarbeitetem Fleisch sowie von gesüßten Getränken vorteilhaft. Bei Ernährung nach dem gesunden Ernährungsindex wirkten sich vor allem Gemüseverzehr, ein höheres Verhältnis von weißem zu rotem Fleisch, Ballaststoffe aus Getreide und moderater Alkoholkonsum günstig aus.

Folgerung: Die Untersuchung einer großen Kohorte von 4413 Frauen mit Gestationsdiabetes in der Anamnese zeigte, dass eine gesunde Ernährung das Risiko einer Progression zum Typ-2-Diabetes senkt. Am effektivsten erwies sich hierbei eine Ernährung nach dem „Alternate Healthy Eating Index“ (aHEI). Diese signifikante Assoziation wurde teilweise durch den BMI vermittelt, persistierte aber auch, wenn dieser und andere Risikofaktoren für Typ-2-Diabetes berücksichtigt wurden.

aus: Geburtshilfe und Frauenheilkunde 05/2013, Ines Schulz-Hanke, Untermeitingen

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