• Tumorzellen Gynäkologie Thieme

    Obermayr et al. haben neue Marker, die auf ein EOC hindeuten, identifiziert

     

EOC: Neue Marker für zirkulierende Tumorzellen identifiziert

Hintergrund: Das epitheliale Ovarialkarzinom (EOC) ist das zweithäufigste gynäkologische Malignom in den westlichen Ländern. Jeder 5. krebsbedingte Tod bei Frauen geht dort auf ein EOC zurück. Ziel einer Studie von E. Obermayr et al. war es, bei EOC-Patientinnen neue Marker für zirkulierende Tumorzellen (CTC) zu identifizieren. Zudem wurde untersucht, wie sich CTC auf das Outcome der Patientinnen auswirken.

Gynecol Oncol 2013; 128: 15–21

Methoden: Die Studie schloss Patientinnen ein, die sich zwischen Januar 2006 und Dezember 2008 einem EOC-Screening unterzogen. Die Rekrutierung der Studienteilnehmerinnen erfolgte an 5 europäischen Kliniken. Es wurden Microarray-Analysen durchgeführt unter Verwendung von Leukozyten-Proben gesunder Frauen (n = 20) sowie von gematchtem EOC-Gewebe und peripheren Blut-Leukozyten (n = 35), um neue Marker für CTC zu identifizieren. Die Autoren bestimmten die Genexpression der neuen Marker sowie von EpCAM (= Epithelial cell adhesion molecule) mittels Blutproben, die gesunden Frauen (n = 39) und EOC-Patientinnen (n = 216) jeweils vor der primären Behandlung sowie 6 Monate nach der adjuvanten Chemotherapie entnommen wurden. Dies geschah mithilfe der quantitativen Realtime-PCR. Zudem wurde untersucht, wie die Anwesenheit von CTC das Outcome der Probandinnen beeinflusst.

Ergebnisse: Die Nachbeobachtung der Patientinnen erstreckte sich im Median über 52 Monate (Spanne: 1–69 Monate). Bei 75,9 % kam es zu einem Rezidiv, und 44,9 % starben an der Erkrankung. Von den 200 zu Beginn entnommenen Proben waren 49 (24,5 %) CTC-positiv, das Gleiche galt für 19 von 93 (20,4 %) der Follow-up-Proben (d. h. mindestens 1 Genmarker war überexprimiert). Von diesen 49 bzw. 19 CTC-positiven Proben wurden 34 bzw. 13 aufgrund einer Überexpression des Cyclophilin-C-Gens (PPIC) identifiziert. Eine EpCAM-Überexpression detektierten die Autoren nur in wenigen Blutproben. Es bestand ein Zusammenhang zwischen dem Nachweis von CTC zu Beginn und dem Auftreten eines Aszites, einem suboptimalen Debulking sowie erhöhten CA-125- und HE-4-Plasmalevels. Während des Follow-up traten CTC häufiger bei älteren sowie platinresistenten Patientinnen auf. PPIC-positive CTC waren zudem signifikant häufiger bei platinresistenten als bei platinsensitiven Patientinnen anzutreffen. PPIC-positive CTC prognostizierten ein schlechtes Outcome, und zwar unabhängig von klassischen prognostischen Parametern. Patientinnen mit PPIC-positiven CTC 6 Monate nach Ende der adjuvanten Behandlung hatten ein signifikant kürzeres krankheitsfreies Überleben als solche mit PPIC-negativen CTC (medianes krankheitsfreies Überleben 11 vs. 21 Monate; p = 0,001). Das Gleiche galt für das Gesamtüberleben (30 vs. 64 Monate; p = 0,001).

Folgerung: Im Rahmen der Studie wurden bei EOC-Patientinnen neue Genmarker zur Detektion von CTC identifiziert. PPIC-positive CTC traten häufiger bei platinresistenten Patientinnen auf, sie waren zudem mit einem schlechten Outcome assoziiert. Nach Meinung der Autoren ermöglicht eine definitive Diagnose von CTC eventuell eine krankheitsspezifischere  Behandlung des EOC, insbesondere bei aufgetretenem Rezidiv.

aus Geburtshilfe und Frauenheilkunde 05/2013, Dr. Frank Lichert, Weilburg  

  • Melden Sie sich zum Gyn-Newsletter an!