• Impfung Gynäkologie Thieme

    Wann ist es sinnvoll, gegen HPV zu impfen?

     

HPV-Impfung

Derzeit existieren zwei Impfstoffe gegen das HP-Virus (Humane Papillom Viren). Doch wirken die Impfungen gegen das Zervixkarzinom, und wann ist es sinnvoll zu impfen?

HPV-Impfung im Überblick

Wogegen? HPV-Typen 16 und 18 (6,11,31,45)
Wann und wen? Mädchen im Alter von 12 bis 17 Jahren
Wie? 3-mal i.m. innerhalb von 6 Monaten
Schutz? 7 bis 10 Jahre
Kosten? Übernahme durch Krankenkassen
Achtung! Ersetzt nicht die jährliche Krebsfrüherkennung

 

HPV-Impfung – Wirkung und Einsatz
Das Zervixkarzinom ist mit 6.500 Erkrankungen und 1.600 Todesfällen in Deutschland die zweithäufigste Krebsart bei Frauen. Die Impfung gegen Humane Papillom Viren (HPV), die seit einigen Jahren von den Krankenkassen übernommen wird, soll das Risiko für Gebärmutterhalskrebs senken. Sie gilt damit als die erste Impfung, die präventiv gegen eine Krebserkrankung eingesetzt wird. Doch erfüllt die Impfung wirklich ihren Zweck?

 

Studien zeigen, dass die enthaltenen Vakzine zu fast 100% gegen die jeweiligen Typen des HPV wirken. Sie können den Hochrisikotypen HPV 16 und HPV 18 ebenso vorbeugen wie den Niedrigrisikotypen HPV 6 und HPV 11. Untersuchungen zufolge kann eine Impfung teilweise auch anderen potenziell kanzerogenen Typen wie HPV 31 und HPV 45 vorbeugen. Dennoch lässt sich der tatsächliche Nutzen in Bezug auf die Prävention des Zervixkarzinoms  (beziehungsweise dessen Vorstufen) erst nach langer Beobachtung beurteilen.

 

Die Impfung gegen HPV sollte bei den Mädchen relativ früh erfolgen, da nur so der maximale Impfschutz gewährleistet werden kann. Das optimale Impfalter liegt Untersuchungen zufolge bei 14 Jahren. In Deutschland empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) die Impfung zwischen dem 12. und 17. Lebensjahr, wobei sich die meisten Mädchen erst gegen Ende dieses Alters impfen lassen. In den Jahren 2008 und 2009 lag die Impfquote bei den 16- bis 18-jährigen Mädchen bei rund 40%. Hier ist also noch eine deutliche Steigerung möglich.

 

Ersetzt die Impfung die Krebsvorsorge?
Trotz des fast 100%-igen langfristigen Schutzes sollte bei keiner geimpften Patientin die jährliche Untersuchung zur Krebsfrüherkennung ausgelassen werden. Neben den durch die Impfung abgedeckten HPV-Typen existieren weitere Hochrisikotypen, welche ebenfalls Zervixkarzinome auslösen können. Außerdem kann die Untersuchung auf weitere Erreger hinweisen, was die Sicherheit zusätzlich erhöht.

Da die gesetzlichen Krankenkassen verpflichtet sind, die Kosten für öffentlich empfohlene Schutzimpfungen zu übernehmen, erstatten sie diese nach den Vorgaben der STIKO bei Mädchen zwischen 12 und 17 Jahren. Auch Privatversicherungen tragen in der Regel die Kosten der von der STIKO empfohlenen Impfungen. Da aber auch Mädchen und Frauen außerhalb dieser Altersgruppe von der Impfung profitieren können, sind das Gespräch mit dem Frauenarzt sowie die Abklärung der Kostenübernahme mit der Krankenkasse ratsam.
 

 

 

 

  • Melden Sie sich zum Gyn-Newsletter an!