• Yoga Gynäkologie Thieme Verlag

     

Lebensqualität in den Wechseljahren: Yoga, Sport und Omega-3

Hintergrund: Viele Frauen leiden zwischen 45 und 64 Jahren an vasomotorischen klimakterischen Beschwerden wie Hitzewallungen und Nachtschweiß. Auch Schlafstörungen, Stimmungsschwankungen, Konzentrationsstörungen und Energielosigkeit beeinträchtigen während der Wechseljahre Leistungsfähigkeit und Wohlbefinden. Die US-amerikanische Arbeitsgruppe um Reed et al. hat den Einfluss dreier nichthormoneller Therapieansätze – Yoga, körperliches Training und Omega-3-Supplementierung – auf die Lebensqualität von Frauen mit vasomotorischen Symptomen untersucht.

Am J Obstet Gynecol 2014; 210: 244e.1– 11

Methoden: In die 12-wöchige randomisierte, kontrollierte Studie mit 3 × 2-faktoriellem Design wurden zwischen Februar 2011 und Januar 2012 insgesamt 355 peri- und postmenopausale Frauen im Alter von 40–62 Jahren eingeschlossen und in die Gruppen „Yoga“ (n = 107), „Bewegung“ (n = 106) und „übliche Aktivität“ (n = 142) randomisiert. Die Yoga-Intervention umfasste 90 min Yoga-Anleitung pro Woche und tägliche häusliche Übungen. Die Probandinnen der Bewegungsgruppe erhielten 3-mal wöchentlich ein 40–60-minütiges individuelles aerobes Konditionstraining im Fitnessstudio. Die Frauen der Gruppe „übliche Aktivität“ wurden gebeten, ihre bisherige körperliche Aktivität unverändert beizubehalten. Zusätzlich erfolgte eine doppelblinde Randomisierung in die Gruppen „Omega- 3“ (0,615 g Omega-3-Supplement 3-mal täglich; n = 177) bzw. „Placebo“ (n = 178). Das Outcome wurde mit Hilfe des „Menopausal Quality of Life Questionnaire“ (MENQOL, range 1–8 von besser zu schlechter) in Form eines Gesamt-Scores sowie 4 Teil-Scores (Vasomotorik, Sexualfunktion, physische und psychosoziale Kategorie) erfasst.

Ergebnisse: Das durchschnittliche Alter der Probandinnen betrug 54,7 Jahre. Von 338 der 355 Frauen (95 %) lagen nach 12 Wochen Daten zur Auswertung vor. Die durchschnittliche Frequenz vasomotorischer Symptome und der MENQOL-Score zeigten initial keine Unterschiede zwischen den Gruppen und betrugen 7,6/d bzw. 3,8. Im Vergleich zur Gruppe der Patientinnen mit normaler körperlicher Aktivität zeigte sich in der Yoga-Gruppe eine signifikante Verbesserung der MENQOLScores nach 12 Wochen: Gesamt-Score -0,3 (95 %-CI -0,6–0; p = 0,02), Vasomotorik -0,3 (95 %-CI -0,8–0,2; p = 0,02) und Sexualfunktion -0,5 (95 %-CI -1,0–0; p = 0,03). Weder zwischen der Sport-Gruppe und der Gruppe mit üblicher Aktivität noch zwischen der Omega-3- und der Plazebo-Gruppe fanden sich nach 12 Wochen Unterschiede im MENQOL-Gesamtscore. Lediglich hinsichtlich des physischen Teil-Scores zeigte sich eine statistisch signifikante Verbesserung für die Gruppe mit Bewegungs-Training (-0,2; 95 %-CI -0,5–0; p = 0,02). Zwischen der Omega-3- und der Kontrollgruppe fanden sich hingegen keine Unterschiede in den Teil-Scores.

Folgerung: Die Nachfrage nach nichthormonellen, verhaltensbasierten Behandlungsoptionen zur Verbesserung der Lebensqualität während der Wechseljahre ist groß. Die Untersuchungsergebnisse deuten darauf hin, dass Yoga, nicht jedoch körperliches Training oder Omega-3-Supplementierung, bei gesunden Frauen in der Menopause zu einer Verbesserung der Lebensqualität führt. Die klinische Relevanz dieses nur mäßig stark ausgeprägten Effekts, so die Autoren, sei jedoch unklar.

 Dr. Christian Weber, Künzell

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