• Ultraschall beim Neugeborenen

     

Alternative Knochenanalyse bei Neugeborenen – Quantitativer Ultraschall des peripheren Skeletts

Die Osteoporose – gekennzeichnet durch geringe Knochenmasse und erhöhtes Frakturrisiko – stellt ein weltweit bedeutendes gesundheitspolitisches Problem dar. Da 80% der Mineralsalzeinlagerung in den fetalen Knochen während des letzten Trimesters der Schwangerschaft erfolgen, ist es nicht verwunderlich, dass 39% der Frühgeborenen mit einem Geburtsgewicht von unter 1500 g eine Osteopenie aufweisen. Nach der Geburt erfolgt beim Reifgeborenen physiologisch infolge veränderter hormoneller und nutritiver Versorgung sowie geringer mechanischer Stimulation innerhalb der ersten 6 Lebensmonate ein Abfall der physikalischen Knochendichte, vorrangig im Bereich der langen Röhrenknochen bei gleichzeitiger Zunahme von Kortikalisdicke und Mineralgehalt. Von dieser physiologischen Veränderung abgegrenzt werden muss die pathologische Osteopenie des Früh-/Neugeborenen, für die es neben der Unreife verschiedene andere Faktoren (z. B. unzureichende Versorgung mit Mineralsalzen, verminderte Absorption, Darmpathologien, renale Verluste, Pathologie des Vitamin-D-Metabolismus) geben kann. Um das Ausmaß einer Osteopenie bei Frühgeborenen zu ermitteln, werden im klinischen Alltag die Serumwerte für Kalzium, Phosphat und Alkalische Phosphatase und die Urinwerte für Kalzium und Phosphat genutzt. Diese Laborchemie reflektiert zwar den Knochenmineralumsatz, korreliert aber nicht mit der tatsächlichen Knochendichte oder mechanischen Elastizität und Stabilität des Knochens.

Die Osteoporosediagnostik und Verlaufsbeurteilung wird nach Empfehlung des Dachverbands Osteologie mittels Zwei-Spektren-Röntgenabsorptiometrie (Dual energy X-ray absorptiometry, DXA) durchgeführt, mit der die Knochenmineraldichte (bone mineral density=BMD) abgeschätzt werden kann. Nachteile sind neben der Strahlenexposition (mit ca. 1 µSv sehr gering) und dem hohen apparativen Aufwand v. a. der Charakter als planare Messmethode, mit der die Masse pro Fläche (g/cm²) und nicht die Dichte (g/cm³) ermittelt wird.

Bei Neugeborenen konnte zwischen der DXA-BMD und dem Geburtsgewicht sowie dem Gestationsalter ein Zusammenhang nachgewiesen werden. Frühgeborene weisen niedrigere Werte auf. Sie zeigen im Verlauf ein Aufholen der BMD-Werte. Die quantitative Computertomografie (QCT) erfasst die tatsächliche Knochendichte (g/cm³), allerdings ist die Strahlenexposition bei Ermittlung der Daten im Bereich der Wirbelsäule deutlich höher (70–400 µSv). Im Kindesalter hat sich die periphere QCT (pQCT) im Bereich des ultradistalen Radius durchgesetzt. Für Früh- und Neugeborene gibt es bisher wenige Daten für die pQCT an Radius und Tibia.

Bei männlichen Frühgeborenen konnte im Vergleich zu Reifgeborenen noch in einem Alter von 7 Jahren eine verminderte kortikale Fläche und Dicke im Bereich der Tibia aufgezeigt werden. Die pQCT hat eine hohe Präzision, die bei Kindern mit einem Variationskoeffizienten von 0,8–2,5% angegeben wird. Nachteil der pQCT ist neben der Strahlenexposition (ca. 1–5 µSv) die mangelnde Verfügbarkeit und der hohe apparative Aufwand, der einen Einsatz bspw. in der Neonatologie deutlich einschränkt.

 

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Aus der Zeitschrift für Geburtshilfe & Neonatologie 02/2020

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