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    Nachweislich hat körperliche Aktivität hat einen günstigen Einfluss auf den Verlauf von Schwangerschaft und Geburt. Die Untersuchung zeigt, dass sie sich auch auf die IVF-Behandlung positiv auswirkt.

     

Beeinflusst körperliche Aktivität den IVF-Erfolg?

Hintergrund: Körperliche Aktivität hat nachweislich einen günstigen Einfluss auf den Verlauf von Schwangerschaft und Geburt. Für das präkonzeptionelle Zeitfenster sowie die Implantations- und Lutealphase existieren hingegen keine Empfehlungen zur körperlichen Aktivität. Es wird angenommen, dass eine moderate Aktivität die Implantation des Embryos fördert, wogegen eine übermäßig starke körperliche Belastung die Fertilität negativ zu beeinflussen scheint. Evenson et al. haben anhand einer Kohorte von IVF-Patientinnen den Einfluss von physischer Aktivität – im Jahr vor sowie während der Behandlung – auf den Implantationserfolg sowie die Schwangerschafts- und Lebendgeburtenrate untersucht.
Fertil Steril 2014; 101: 1047–1054

 

Methoden: In die prospektive Kohortenstudie an einer US-amerikanischen Fertilitätsklinik wurden zwischen 2010 und 2012 insgesamt 121 IVF-Patientinnen eingeschlossen. Die Studienteilnehmerinnen beantworteten vor dem Embryotransfer einen Fragebogen zur körperlichen Aktivität im vergangenen Jahr (Indizes hinsichtlich körperlicher Aktivität in Haushalt / Familienbetreuung, im Beruf, in der Freizeit und beim Sport), zur reproduktiven und allgemeinen Gesundheit sowie zu soziodemografischen Charakteristika. Zwischen dem Transfer und dem Schwangerschaftstest (Tag 14 der Embryonalentwicklung) wurde die körperliche Aktivität der Patientinnen mittels Akzelerometer und Tagebuch-Führung aufgezeichnet. Außer der Empfehlung zur Schonung am Transfertag erhielten die Patientinnen keine Einschränkungen hinsichtlich der körperlichen Belastung. Outcome-Parameter waren Implantation (Serum-β-hCG > 5 mIU / ml), intrauterine Schwangerschaft (sonografischer Nachweis eines Gestationssacks) sowie Lebendgeburt.

 

Ergebnisse: Bei den 121 Patientinnen kam es in 51,2 % zur Implantation, in 38,8 % zu einer intrauterinen Schwangerschaft, und in 26,5 % wurde ein lebendes Kind geboren. Im untersuchten Kollektiv wurde zwischen dem Embryotransfer und dem Schwangerschaftstest keine starke körperliche Belastung mittels Akzelerometrie verzeichnet (median 0 min / d, IQR 0–0). Im Mittel wurden 10,7 min / d (IQR 6,5–11,0) moderate und 49,2 min / d (IQR 45,0–58,0) niedrig-moderate Aktivität gemessen. Die Probandinnen verbrachten den größten Anteil der Zeit in leichter (median 3,0 h / d) oder ruhender Tätigkeit (median 9,3 h / d). Patientinnen mit insgesamt größerer Aktivität im vergangenen Jahr hatten häufiger günstige Schwangerschaftsverläufe. Die Rate intrauteriner Schwangerschaften war höher bei Frauen mit größeren Indizes für Freizeitaktivität (OR 1,96; 95 %-CI 1,09-3,50), Sport (OR 1,48; 95 %-CI 1,02-2,15) und Gesamtaktivität (OR 1,52; 95 %-CI 1,15-2,01). Die sportliche Betätigung erhöhte jedoch nicht die Chancen auf eine Lebendgeburt. Die mit dem Akzelerometer gemessene körperliche Aktivität bzw. längere Ruhephasen nach dem Embryotransfer waren nicht mit dem IVF-Outcome assoziiert.

 

Folgerung: Ein aktiver Lebensstil im Jahr vor der IVF-Behandlung beeinflusste das Outcome günstig. Da die Probandinnen nach dem Embryotransfer vorwiegend leichte und ruhende Tätigkeiten ausübten, konnten die Auswirkungen von starker körperlicher Belastung auf die Implantation nicht untersucht werden. Innerhalb der beobachteten Aktivitätsspanne zeigten sich keine ungünstigen Auswirkungen von vermehrter Aktivität bzw. kürzeren Ruhephasen auf die Implantation, die Schwangerschafts- oder die Lebendgeburtenrate.

Dr. C. Weber

Aus: GebFra 8/14

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