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    Aufnahme einer humanen Embryos in der 7. SSW (10 mm groß) in einem eröffneten Eileiter.

     

Ektope Schwangerschaft: Patientenzufriedenheit nach operativer Therapie

Hintergrund: Obwohl ektope Schwangerschaften meist frühzeitig diagnostiziert werden und in der Regel fertilitätserhaltend operativ therapierbar sind, stellt eine Extrauteringravidität (EUG) häufig eine große psychologische und emotionale Belastung für die betroffenen Frauen dar. Deepa et al. haben untersucht, welche Faktoren die postoperative Zufriedenheit der Patientinnen beeinflussen.

Deepa J et al. Factors that determine Patient satisfaction after surgical Treatment of ectopic pregnancy: improving the Patient journey! Europ J Obstet Gynecol Reprod Biol 2014; 178: 60–65

 

Methoden: In die prospektive Kohortenstudie an einer Londoner Universitätsklinik wurden zwischen Januar 2009 und Dezember 2012 insgesamt 299 Patientinnen mit operativ behandelter EUG eingeschlossen. Sechs Wochen nach der Operation erhielt ein Teil der Frauen ein persönliches Follow-up-Gespräch, die andere Gruppe wurde telefonisch kontaktiert. Die Zufriedenheit der Patientinnen mit der perioperativen Versorgung wurde mithilfe eines Fragebogens evaluiert und hinsichtlich soziodemografischer und anamnestischer Charakteristika sowie intra- und perioperativer Einflussfaktoren analysiert.

 

Ergebnisse: 247 Patientinnen (82,6 %) erhielten ein persönliches Nachsorge-Gespräch, 52 (17,4 %) wurden telefonisch kontaktiert. Das mediane Alter betrug 30,3 Jahre (Spanne 17–50 Jahre). In 69,5 % der Fälle wurde die Diagnose mittels einer einzigen Ultraschalluntersuchung gestellt. 69 % der Patientinnen wurden innerhalb von 24 Stunden nach der Operation entlassen. Die EUG-Rezidivrate in der untersuchten Kohorte betrug 10 % (n = 28). Patientinnen mit rezidivierender bzw. primärer EUG zeigten keinen Unterschied in der Zufriedenheit mit der medizinischen Versorgung (86 vs. 85 %; p = 0,9). Ebenso fanden sich keine signifikanten Unterschiede der Zufriedenheitsraten in Abhängigkeit von Alter, Ethnie, Parität, Nikotinkonsum, geburtshilflicher Anamnese, Kinderwunsch sowie Entlassungszeitpunkt. Auch bei den persönlich bzw. telefonisch nachbetreuten Patientinnen zeigte sich eine vergleichbare Zufriedenheit (85 vs. 86 %; p = 0,8). Das Ausmaß des Hämoperitoneums sowie die dadurch bedingte Notwendigkeit zur Bluttransfusion hatten hingegen einen signifikanten Einfluss auf die Gesamt-Zufriedenheit (Blutverlust < 200 ml: 94 % Zufriedenheit; 200– 800 ml: 81 %; > 800 ml: 72 %; p = 0,001). Ein deutliches Hämoperitoneum wurde als unabhängiger Faktor für eine Unzufriedenheit identifiziert (aOR 0,59; 95  -CI
0,277–1,254; p = 0,004). Auch die Wartezeit zwischen Diagnosestellung und Operation (< 6 h: 87 % Zufriedenheit; 7–12 h: 70 %; > 13 h: 67 %; p = 0,03), die präoperative Kommunikation (87 % bei guter vs. 30 % bei schlechter Kommunikation, p < 0,001), eine adäquate Schmerztherapie (89 vs. 64 %; p = 0,001) sowie das Aushändigen von Informationsbroschüren bei Entlassung (90 vs. 68 %; p = 0,001) hatten einen signifikanten Einfluss auf die Gesamt-Zufriedenheit der Patientinnen.

 

Folgerung: Neben den hohen diagnostischen und therapeutischen Standards ist die Zufriedenheit der Patientinnen ein wesentlicher Parameter der perioperativen Versorgungsqualität. Durch Befragen der Patientinnen können Verbesserungsmöglichkeiten exploriert werden. In der vorliegenden Untersuchung hatten eine gute Kommunikation, eine ausreichende Schmerztherapie sowie das Aushändigen von Informationsmaterial einen positiven Einfluss auf die Verarbeitung der belastenden Situation. Zudem erwies sich der telefonische Follow-up-Kontakt als eine praktikable Methode zur postoperativen Nachbetreuung.

Dr. J. Lorenz

Aus: GebFra 12/14

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