• Extrauteringravidität schnell und sicher abklären

    Besonders bei Schmerzen und Blutungen ist eine schnelle Diagnostik wichtig

     

Kombinierte Diagnostik – Extrauteringravidität schnell und sicher abklären

Der eindeutige und schnelle Ausschluss einer ektopen Schwangerschaft kann sowohl für die Frauen, als auch für ihr ungeborenes Kind lebenswichtig sein. Nicht nur während der ersten drei Monate, sondern während der gesamten Schwangerschaft, ist die Extrauteringravidität eine häufige Mortalitätsursache.

In Deutschland liegt der Anteil von ektopen Schwangerschaften bei etwa 1 bis 3 Prozent, wobei davon über 96 Prozent Eileiterschwangerschaften sind. Dabei spielt das Alter der Schwangeren scheinbar keine Rolle, aber es liegen andere eindeutige Risikofaktoren vor:

 

  • Rauchen
  • Intrauterinpessar (als Verhütungsmittel)
  • Entzündungen im Beckenbereich
  • Adnexitiden
  • vorangegangene Extrauteringravidität

 

Ist der Schwangerschaftstest eindeutig positiv, aber bei der ersten Untersuchung im Ultraschall kein Fötus im Uterus zu erkennen, sollte eine ektope Schwangerschaft ausgeschlossen werden. Denn hieraus resultierende Blutungen können für betroffene Frauen und ihr Ungeborenes lebensbedrohlich sein.

 

Technik und Labor – die richtige Kombination

Spätestens wenn Abdominalschmerzen oder vaginale Blutungen in der frühen Schwangerschaft auftreten, ist eine umgehende Diagnostik nötig. Standards sind hier die transvaginale Sonografie und eine Bestimmung des humanen Chorion-Gonadotropins (hCG). Auch Studien bestätigen, dass diese Kombination die beste Methode ist, um eine ektope Schwangerschaft zu bestätigen beziehungsweise auszuschließen.

Da ein einzelner hCG-Wert nicht immer aussagekräftig ist – erst ab einem ß-hCG von 1500 IU/ml ist eine normale intrauterine Gravidität im Ultraschall mit hoher Wahrscheinlichkeit darstellbar – sollte als verlässlicher Wert die hCG-Ratio bestimmt werden. Die hCG-Ratio definiert sich als Quotient aus zwei Werten im Abstand von 48 Stunden. Diese kann auch Bestandteil eines Regressionsmodells sein, also der hCG-Wert in Abhängigkeit von:

 

  • klinischen Symptomen
  • Ultraschallbefunden
  • mütterlichem Alter
  • Gestationsalter
  • Risikofaktoren für eine ektope Schwangerschaft

 

Vergleichsweise wurden Studien zufolge mit einer Urinuntersuchung nur 63 Prozent aller Fälle von extrauterinen Graviditäten erfasst.

 

Mutter und Kind schützen

Der Arzt bzw. die Ärztin trägt definitiv große Verantwortung. Denn eine Überdiagnostik gefährdet einen vielleicht gesunden Fötus – eine Unterdiagnostik allerdings das Leben der Mutter. Eine sichere Diagnose ist also zwingend notwendig, weshalb es sich bei einem negativen Ultraschallbefund empfiehlt, die Patientin so lange engmaschig zu überwachen, bis ein eindeutiger Befund vorliegt. 

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