• Fertilität

     

Fertilitätserhalt – Möglichkeiten und Grenzen

Fertilitätsprotektive Maßnahmen stellen einen integralen Bestandteil onkologischer Behandlungen von präpubertären Mädchen und Jungen oder Patienten/-innen im reproduktiven Alter dar. Die verschiedenen fertilitätsprotektiven Techniken müssen dabei im Rahmen eines multimodalen Konzepts individuell mit den Betroffenen besprochen werden. Eine zügige und zeitparallele Zusammenarbeit mit einem spezialisierten Zentrum ist dabei unerlässlich.

Die Überlebensrate bei malignen Erkrankungen hat sich in den letzten Jahren aufgrund von Fortschritten in den Therapiekonzepten signifikant verbessert. Krebserkrankungen stellen überwiegend eine Erkrankung des älteren Menschen dar, wohingegen Kinder und junge Erwachsene relativ selten davon betroffen sind.

 

MERKE

In Deutschland erkranken derzeit pro Jahr etwa 15 000 Patienten im Alter zwischen 15 und 39 Jahren an einem Karzinom, bei 480 000 Neuerkrankungen insgesamt.

Viele von Krebs betroffene Patientinnen und Patienten haben ihre Familienplanung noch nicht abgeschlossen, jedoch führen die onkologischen Therapien häufig zu einer partiellen oder kompletten Schädigung der Gonadenfunktion mit dem möglichen Einhergehen eines Verlustes der Keimzellen. Es können infolgedessen Störungen der Pubertätsentwicklung, Menstruationsanomalien (Oligo-, Hypo- und Amenorrhö) bzw. Schädigung der Spermatogenese (passagere Azoospermie/passagere Reduktion der Spermienzahlen, dauerhafte Azoospermie), Infertilität sowie klimakterische Symptome auftreten. Des Weiteren müssen auch die Langzeitfolgen eines vorzeitigen Östrogenmangels und/oder Testosteronmangels beachtet werden wie genitale Atrophie, Osteoporose, Gynäkomastie, viszerale Fettleibigkeit und Zunahme kardiovaskulärer Erkrankungen.

 

PRAXISTIPP

Die Sorge vor einer späteren therapierefraktären Infertilität stufen viele Betroffene, ebenso auch ihre Partner und häufig auch die nahen Angehörigen als eine sehr belastende Situation ein. Daher müssen Konzepte zum Erhalt der Fertilität und die Beratung darüber integraler Bestandteil onkologischer Behandlungen von präpubertären Mädchen und Jungen oder Patienten/-innen im reproduktiven Alter sein.

Die Beratung von Krebspatientinnen und -patienten hinsichtlich einer späteren Familienplanung muss möglichst zeitnah zur Diagnosestellung des Krebsleidens erfolgen, um eine individuelle Beratung und eine patientenspezifische Option des Fertilitätserhalts durchführen zu können. Die Grunderkrankung selbst, das Alter der Patienten, die onkologische Einschätzung der Prognose (Art der Primärerkrankung, Vorliegen einer metastasierten Situation, Chancen für ein rezidivfreies Überleben bzw. Gesamtüberleben), die Einschätzung des Risikos einer späteren Unfruchtbarkeit sind zentrale Faktoren, die bei der Entscheidungsfindung zu berücksichtigen sind.

 

Lesen Sie den vollständigen Beitrag hier Fertilitätserhalt – Möglichkeiten und Grenzen

Aus der Zeitschrift Frauenheilkunde up2date 03/2020

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