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Die gastroösophageale Refluxkrankheit in der Schwangerschaft

Die gastroösophageale Refluxkrankheit (GERD) ist die häufigste gastrointestinale Erkrankung in den Industrieländern und der westlichen Welt. GERD wird im Jahre 2015 mit einer Prävalenz von bis zu 15 % beschrieben und zeigt eine zunehmende Inzidenz.

Eine gastroösophageale Refluxkrankheit entwickelt sich, wenn der Reflux von Mageninhalt störende Symptome und/oder Komplikationen verursacht. Zu den Komplikationen zählt auch eine signifikante Störung des gesundheitsbezogenen Wohlbefindens (Lebensqualität). Refluxbeschwerden entstehen, wenn mit Magensäure vermischter Speisebrei aus dem Magen in die Speiseröhre zurückfließt und die Speiseröhrenschleimhaut reizt. Durch diese Reizung entstehen brennende Schmerzen hinter dem Brustbein, sog. Sodbrennen. Sodbrennen ist das Hauptsymptom von GERD.

Ursache für GERD ist eine pathologische Funktion des unteren Ösophagussphinkters.


Auch in der Schwangerschaft ist GERD eine häufige Erkrankung. GERD tritt bei mehr als 50 % der Frauen im Verlauf einer Schwangerschaft auf. GERD wird oft als schwangerschaftsimmanente Erscheinung interpretiert. Es ist aber wichtig zu wissen, dass GERD die Lebensqualität der Schwangeren erheblich beeinträchtigen kann. Wie auch außerhalb der Schwangerschaft, ist eine gestörte Verschlussfunktion des unteren Ösophagussphinkters die Hauptursache für GERD. In der Schwangerschaft wird dieser Verschlussmechanismus durch schwangerschaftsbedingte Veränderungen der Sexualhormone, insbesondere durch das Progesteron hervorgerufen. Das häufigste Symptom der GERD in der Schwangerschaft ist das Sodbrennen. Komplikationen von GERD wie beispielsweise eine erosive Ösophagitis sind während der Schwangerschaft selten beschrieben.

Mehr als 50 % aller schwangeren Frauen leiden im Verlauf der Schwangerschaft unter GERD.


Die Therapie von GERD in der Schwangerschaft folgt einem empfohlenen „Step-up“-Algorithmus, beginnend mit spezifischen Lebensstil-Änderungen und Veränderungen des Essverhaltens. Eine übermäßige Gewichtszunahme in der Schwangerschaft sollte vermieden werden. Ist eine medikamentöse Therapie erforderlich, so sind Antazida die Medikamente der ersten Wahl. Wenn die Symptome persistieren, stehen Histamin-2-Rezeptorantagonisten sowie Protonenpumpen-Inhibitoren (PPI) zur Verfügung. PPI sind laut der neuesten S2k-Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) bei persistierenden GERD-Symptomen empfohlen. Die GERD-Symptomatik bessert sich nach der Entbindung meist rasch, über die Spätfolgen bzw. den Einfluss auf nachfolgende Schwangerschaften ist wenig bekannt. Die Literatur zeigt, dass GERD in der Schwangerschaft oft nicht oder inadäquat behandelt wird.

Aufgrund der hohen Prävalenz spielt GERD auch hinsichtlich des gesundheitsökonomischen Aspektes eine große Rolle. Der Artikel stellt eine Aktualisierung und Zusammenführung des 2007 veröffentlichen Reviews (ZGN) zum Thema: „Management der Gastroösophagealen Refluxkrankheit in der Schwangerschaft“ und der 2014 neu veröffentlichten Leitlinie zur „Gastroösophagealen Refluxkrankheit“, unter Federführung der DGVS (AWMF-Register-Nr. 021-013) dar.

GERD im Allgemeinen

GERD ist eine der häufigsten gastrointestinalen Erkrankungen in den Industriestaaten. Sie ist inzwischen die häufigste säurebedingte Erkrankung des oberen Gastrointestinaltrakts und wird mit einer Prävalenz von mindestens 15 % beschrieben. Sodbrennen wird als das häufigste Symptom der GERD beschrieben, von dem mehrere Millionen Menschen in Deutschland betroffen sind.

Die aktuell gültige Montreal-Klassifikation soll auf die Aspekte von Nomenklatur, Diagnostik und Therapie der gastroösophagealen Refluxkrankheit (GERD) angewandt werden. Eine Refluxkrankheit kann zu entzündlichen Schleimhautreaktionen, sog. Erosionen, führen. Sind solche organischen Manifestationen nachweisbar, spricht man von dem Krankheitsbild der erosiven Refluxkrankheit, ERD. Von einer ERD sind jedoch weniger als 50 % aller Patienten mit typischen GERD-Symptomen betroffen. Eine GERD ohne endoskopisch nachweisbare Läsionen (Erosionen, Striktur, Barrett-Ösophagus) wird unter dem Begriff nichterosive gastroösophageale Refluxkrankheit (NERD) definiert. Die Lebensqualität von GERD- Patienten ist durch die unterschiedlichsten Symptome stark beeinträchtigt, zeigt aber keine Korrelation mit dem Schweregrad einer endoskopischen Ösophagitis.

 

Lesen Sie hier den gesamten Beitrag: Die gastroösophageale Refluxkrankheit in der Schwangerschaft

Aus der Zeitschrift Frauenheilkunde up2date 4/2015

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