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    Eine Entbindung aus Beckenendlage weist niedrigere perinatale Morbidität und Mortalität der elektiven Sectio im Vergleich zur vaginalen Geburt auf.

     

Term Breech Trail – Geburtsmodus bei Beckenendlage und neonatales Outcome

Hintergrund: Die Ergebnisse des im Jahr 2000 veröffentlichten Term Breech Trial, einer großen internationalen Studie zum neonatalen und maternalen Outcome bei Entbindung aus Beckenendlage (BEL), belegten eine signifikant niedrigere perinatale Morbidität und Mortalität der elektiven Sectio im Vergleich zur vaginalen Geburt. Wie in vielen anderen Ländern stieg auch in den Niederlanden nach der Publikation dieser Resultate die Rate elektiver Sectiones sprunghaft an. Vlemmix et al. untersuchen die Auswirkungen der Zunahme der Sectiorate auf das neonatale Outcome und analysieren die neonatale Morbidität und Mortalität in der Gruppe der Schwangeren mit geplanter vaginaler BEL-Entbindung.

 

Methoden: Für die retrospektive populationsbasierte Kohortenstudie wurden mit Hilfe des niederländischen Perinatal-Registers die Daten von 58 320 Einlingsschwangerschaften mit BEL-Geburt am Termin (37 + 0–41 + 6 SSW) zwischen Januar 1999 und Dezember 2007 ausgewertet. Die Autoren vergleichen die Unterschiede im neonatalen Outcome (perinatale Mortalität bis 28 Tage post partum, Apgar-Score, neonatale Traumata) vor und nach Publikation des Term Breech Trial in Abhängigkeit vom Entbindungsmodus.

 

Ergebnisse: Die elektive Sectiorate bei fetaler BEL stieg nach der Veröffentlichung des Term Breech Trial von 24 % auf 60 %. Dies resultierte in einer Abnahme der gesamten perinatalen Mortalität (von 1,3 ‰ auf 0,7 ‰; OR 0,51; 95 %-Konfidenzintervall [KI] 0,28–0,93), der niedrigen Apgar-Werte (von 20,2 ‰ auf 9,6 ‰; OR 0,47; 95 %-KI 0,40–0,55) sowie der neonatalen Traumata (von 4,8 ‰ auf 2,2 ‰; OR 0,46; 95 %-KI 0,34–0,63). Trotz einer erhöhten Notsectio-Rate (34 % vs. 45 %) bei Schwangeren mit geplanter Vaginalgeburt blieb die perinatale Mortalität innerhalb dieser Gruppe stabil (1,7 ‰ vs. 1,6 ‰; OR 0,96; 95 %-KI 0,52–1,76). Die Prävalenz niedriger Apgar-Scores (25,1 ‰ vs. 20,3 ‰; OR 0,81; 95 %-KI 0,68–0,95) sowie von Geburtstraumata (6,4 ‰ vs. 4,1 ‰; OR 0,65; 95 %-KI 0,46–0,92) verbesserte sich bei den Schwangeren mit geplanter Vaginalgeburt nach Veröffentlichung des Term Breech Trial. Die elektive Sectio war assoziiert mit geringeren Risiken für ein schlechtes neonatales Outcome (OR 0,14; 95 % CI 0,11–0,18), für niedrige Apgar-Scores (OR 0,12; 95 %-KI 0,09–0,16) sowie für Geburtstraumata (OR 0,24; 95 %-KI 0,15–0,37). Seit Veröffentlichung des Term Breech Trial wurden jährlich 1692 zusätzliche Sectiones durchgeführt, was zu einer jährlichen Verhinderung von 5 Todesfällen (number needed to treat 338), von 126 Neugeborenen mit niedrigem Apgar (number needed to treat 13) und von 30 Geburtstraumata (number needed to treat 56) führte.

 

Fazit

Obwohl nach Veröffentlichung der Ergebnisse des Term Breech Trial die elektiven Sectiones zu- und infolge dessen die perinatale Morbidität und Mortalität abnahmen, strebten in den Niederlanden 40 % der Schwangeren mit BEL weiterhin eine vaginale Geburt an. Das neonatale Outcome in dieser Gruppe zeigte jedoch keine wesentliche Verbesserung, die fetale Mortalität war zehnfach höher als in der Sectiogruppe. Es konnte keine Subgruppe von Schwangeren hinsichtlich antepartaler Parameter wie Parität, Art der BEL, Geburtsgewicht oder Geburtsbeginn identifiziert werden, die ein niedrigeres Risiko für die perinatale Morbidität und Mortalität während einer vaginalen Entbindung aufweisen.

Dr. J. Lorenz

Aus der Zeitschrift ZGN Zeitschrift für Geburtshilfe und Neonatologie

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